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Klimawandel: der Drei-Billionen-Dollar-Schwindel

F. William Engdahl

Seit 2005 wird die Welt mit Horrorszenarien und Propaganda überschwemmt: man will uns weißmachen, dass die Welt am Rande der größten Klimakatastrophe aller Zeiten steht – der Erderwärmung. Die Erfinder dieses Schwindels behaupten, wir müssten uns an eine dramatische Senkung des Lebensstandards gewöhnen, um das Abschmelzen der Polkappen und den völligen Verlust der arktischen Tundra zu verhindern. Was man uns nicht sagt: Die Erfinder dieser Propaganda betrachten die Erderwärmung als billionenschwere Zeitverschwendung, als nächstes »Subprime«-Spekulationsspiel, oder gar noch mehr.

Der US-Kongress debattiert derzeit über ein neues Gesetz zum Klimawandel. Das Gesetz, das breite Unterstützung genießt, wird im ersten Jahr seiner Gültigkeit Vermögenswerte in Höhe von etwa 150 Milliarden $ schaffen. Die Autoren des Gesetzes und ihre Berater aus der Industrie schätzen, bis 2050 könnte in den USA durch die Regulierung von Treibhausgasen der Gegenwert von etwa 3 Billionen $ entstehen. Die Regulierung von Treibhausgasen soll zu einer neuen, außerordentlich profitträchtigen Industrie werden, da die Bevölkerung brav ihre Steuern zahlt und ihre Lebensqualität senkt.

Wer formuliert die neuen Gesetze, die den Geldfluss aus dem Erderwärmungs-Schwindel steuern? Die wichtigste Organisation ist die US Climate Action Partnership (US CAP). Zu ihren Mitgliedern gehören finanzkräftige Unternehmen (und Umweltverschmutzer) wie General Electric (GE), General Motors, Ford, DuPont und die Shell Oil Co. sowie die Elektrizitätswerke Duke Energy, FPL Group und PG&E.

 

Klimawandel wird das nächste Top-Thema für die USA

Die Bush-Regierung hat schon früh Schlagzeilen gemacht, weil sie das dubiose Kyoto-Abkommen über den Klimawandel ablehnte und behauptete –ironischerweise durchaus zutreffend –, es beruhe auf fehlerhaften wissenschaftlichen Grundlagen. Der nächste US-Präsident, ob er nun McCain oder Obama heißt, wird den Klimawandel in den Mittelpunkt seiner Politik rücken; zumindest kann man das aus den Äußerungen der beiden Kandidaten schließen. Sowohl John McCain als auch Barack Obama und andere führende Demokraten sowie gemäßigte Republikaner im Kongress, viele dutzend amerikanische Firmenchefs und Umweltschutzgruppen sind sich darin einig, dass ein »Cap and Trade«-System, d.h. ein Emissionsrechtehandel zur Regulierung der Treibhausgase im Kampf gegen die Erderwärmung nötig ist.

 

Ein neues Gesetz, das der US-Kongress derzeit berät, würde zu einer riesigen Geldverschwendung in Form von CO2-Krediten für Kohlekraftwerke und andere Fabriken führen.

 

Nach einem Cap-and-Trade-Plan wird die Regierung eine Obergrenze für Emissionen festlegen, die jährlich niedriger angesetzt wird, und anschließend eine bestimmte Zahl von »Emissionsberechtigungen« ausstellen. Das ist der Kern des Schwindels. Jede Berechtigung gestattet die Emission von einer Tonne Kohlendioxid. Die Regierung gibt dann die Berechtigungen nach eigenem Gutdünken aus. Wenn sie etwa 5 Milliarden Berechtigungen zum Wert von je 30 $ ausgibt, wie die Sponsoren des Gesetzes – der Demokrat Joseph Lieberman und der Republikaner John Warner – vorschlagen, dann wären die Berechtigungen im Jahr 2012, wenn das neue Gesetz in Kraft tritt, 150 Milliarden $ wert.

Obama, wahrscheinlich der Kandidat der Demokratischen Partei, hat bereits davon gesprochen, dem Erderwärmungs-Guru Al Gore einen prominenten Posten in seiner Regierungsmannschaft zu geben. Ein Präsident Obama möchte die Emissionsberechtigungen dann an die Meistbietenden versteigern lassen.

 

Mächtige Finanzinteressen unterstützen das »Dream-Team« Obama-Gore 2008.

 

Gemäß dem Lieberman-Warner-Gesetz soll die Hälfte dieser Berechtigungen umsonst an die Elektrizitätswerke und andere Produktionsunternehmen abgegeben werden, die Treibhausgase emittieren, sowie an die Regierungen der Bundesstaaten, die sie dann verkaufen könnten.

Die andere Hälfte soll versteigert werden; der dabei erzielte Erlös ist für Investitionen in saubere Energie, schadstoffarme Fahrzeuge und Energie-Beihilfen für einkommensschwache Familien, den Tier- und Vogelschutz vorgesehen sowie für einen ominösen »Fonds zur Ausbildung von Klimawandel-Arbeitern«. In dem Maße, wie die USA zu einer kohlenstoffärmeren Wirtschaftsform übergingen, sollen immer weniger Berechtigungen kostenlos vergeben und immer mehr verkauft werden.

Tatsächlich würde das Gesetz den großen Energieunternehmen riesige Profite verschaffen und ihnen gestatten, CO2 umsonst zu emittieren.

Wie auch immer das Gesetz letztendlich aussehen wird, das erklärte Ziel wird sein, dass die Stromrechnungen der amerikanischen Verbraucher erheblich höher ausfallen werden.

 

Die nächste Phase: Einlagerung von CO2?

Es gibt bereits Pläne, die leichtgläubige und leicht manipulierbare Öffentlichkeit auf der ganzen Welt – d.h. also uns – davon zu überzeugen, dass wir auch die CO2-Emissionen beseitigen müssen, die in der Vergangenheit durch die von Menschen hervorgerufenen industriellen Aktivitäten verursacht wurden. Der führende britische Ökonom Sir Nicholas Stern prognostiziert, selbst angesichts der derzeitigen Erfolge bei den erneuerbaren Energien müssten auch im Jahr 2050 noch 50 Prozent des Weltenergieverbrauchs aus fossilen Quellen erzeugt werden. Mit diesem Argument wird für kostspielige CO2-Einlagerungen geworben. All dies für ein Problem, das es gar nicht gibt.

In Erwägung gezogen werden u.a. Technologien zur Abspaltung und Einlagerung von CO2 (CCS-Technologien), die versprechen, 90 Prozent der Emissionen aus Kraftwerken nicht in die Umwelt gelangen zu lassen. CCS würde andere technologische Mittel einsetzen, um CO2 aus der Atmosphäre zu entfernen und es tief unterirdisch oder in Unterwasser-»Seen« zu speichern. Die Entwicklung dieser CCS-Technologien genießt in der Öl- und Gasindustrie erhebliche Sympathien.

 

Was ist ein akzeptierbares Kohlenstoff-Niveau?

Selbst die mit dem Klimawandel beschäftigten Wissenschaftler streiten darüber, wie viel »überschüssiges CO es in der Atmosphäre gibt. Der Klimaspezialist Tim Flannery meint, die Erdatmosphäre enthielte bis zu 200 Giga-Tonnen (Milliarden metrische Tonnen) überschüssigen Kohlenstoffs.

Normalerweise enthält die Atmosphäre insgesamt etwa 3000 Gigatonnen an natürlichem und regeneriertem Kohlenstoff. Im Vergleich dazu ist der von Menschen verursachte Anteil an den CO2-Emissionen gering. Es wird behauptet – ohne wissenschaftliche Begründung, wie immer beim Thema Erderwärmung –, dass ein »Umkipppunkt« erreicht werden könnte, wenn der natürliche CO2-Gehalt »gestört« werde und der überschüssige Gehalt an CO2 »ein kritisches Niveau« erreiche. Es klingt alle sehr bedrohlich, aber in dieser Behauptung steckt kein Körnchen Wissenschaft. An dem angeblichen »Umkipppunkt« könne sich, so die Vertreter der Erderwärmung, das Klima rapide ändern und zwar auf vielfältige, möglicherweise katastrophale Weise.

Niemand kennt den entsprechenden Wert genau. Der Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) der Vereinten Nationen schätzt den Maximalwert von CO2, den wir erreichen – und nicht überschreiten – dürfen, auf 550 Teile pro Million (ppm) im Jahr 2025. Der umstrittene Klimaforscher der NASA, Dr. James Hansen, setzt diesen Wert wesentlich geringer an – auf lediglich 350 ppm, wenn »die Menschheit den Planeten in dem Zustand erhalten will, in dem sich die Zivilisation entwickelt hat«.

In einem späteren Artikel werde ich die bizarre Rolle behandeln, die das Pentagon bei der jüngsten Verbreitung der CO2-Manie spielt.

 

Mittwoch, 21.05.2008

Kategorie: Allgemeines, Wirtschaft & Finanzen, Wissenschaft, Politik

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