KOPP EXKLUSIV: Nach Datenverrat hektische Vertuschungsaktion beim deutschen Auslandsgeheimdienst
Vor genau einer Woche berichteten wir über eine peinliche Schlamperei beim BND: Im Internet wurden – für jeden einsehbar – die geheimen Internet-Protokoll-Adressen des deutschen Auslandsgeheimdienstes verraten. Trotz einer großen Aufräumaktion stehen sie noch immer im Internet – auf einer Seite, die der BND nicht so einfach sperren lassen kann. Doch es kommt noch schlimmer: Der BND hat schon wieder neue Affären ...
Kaum hatten wir über die verratenen Internet-Adressen des BND berichtet, da begann dort eine große Aufräumaktion: Bei der europäischen Vergabestelle für Internet-Protokoll-Adressen RIPE (Réseaux IP Européens Network Coordination Centre) wurden alle Bezüge der in unseren Berichten genannten IP-Adressen des BND gelöscht. Nach uns nunmehr vorliegenden Informationen sollen auch Niederlassungen deutscher Goethe-Institute im Ausland als Tarnadressen für die IP-Adressen von BND-Mitarbeitern genutzt worden sein. Ob dieses im Einverständnis mit den Goethe-Instituten oder ohne deren Wissen geschah, ist unklar. Wie schlimm Veröffentlichungen im Internet für den BND sind, wurde zuletzt im August 2008 klar: Da wurden die öffentlich nicht bekannten Teile des »Schäfer-Berichts« zur Zusammenarbeit des BND mit deutschen Journalisten auf nicht-europäischen Rechnern veröffentlicht. Dort kann man bis heute nachlesen, welche deutschen Journalisten mit dem BND zusammen gearbeitet haben. So sind etwa die Passagen über einen Focus-Mitarbeiter auf diesen Seiten weiterhin im Klartext zu lesen.
Unterdessen muss sich der BND mit weiteren Pannen auseinandersetzen: Drei im Kosovo festgenommene BND-Mitarbeiter müssen für zunächst 30 Tage in Untersuchunghaft. Sie waren unmittelbar nach einem Anschlag auf das EU-Hauptquartier in Pristina festgenommenen worden und werden nun der Urheberschaft der Anschläge bezichtigt. Uns liegen dazu folgende Informationen aus dem Umfeld des BND vor: Drei Personen mit deutscher Staatsangehörigkeit (einer davon mit »Migrationshintergrund«) waren tatsächlich am Tatort. Zwei von ihnen sollen auf der Gehaltsliste des BND gestanden haben, alle drei arbeiteten für ein Investitions-Beratungsunternehmen in Pristina, das dort auch dem BND zur Tarnung dient. Die drei hatten nichts mit dem Anschlag zu tun und den Auftrag, sich unmittelbar nach dem Anschlag vor Ort selbst ein Bild zu machen. Sie wurden dann dort festgenommen.
Der Hintergrund: Die Hauptaufgabe der Investitions-Beratung, die dem BND in Pristina zur Tarnung dient, ist es, vor Ort möglichst viele Erkenntnisse über Pristina als Umschlagplatz für Waffenhandel, Geldwäsche, Rauschgifthandel, Zwangsprostitution und Durchreisegebiet für Islam-Terroristen auf dem Weg in den Ruheraum Europa zu beschaffen. Der BND wird von den vielen korrupten Politikern im Kosovo wie auch von der dort herrschenden Organisierten Kriminalität als »Feind« betrachtet, der die guten Geschäfte stört. Die BND-Mitarbeiter sollen deshalb seit ihrer Ankunft beobachtet und nun unter einem international Auifsehen erregenden Vorwand festgenommen worden seien. Man hoffe im Kosovo, so hören wir aus dem Umkreis des BND, sich durch diese Aktion der unliebsamen BND-Mitarbeiter »entledigen« zu können.
Erschwerend hinzu kommen »Altlasten« des BND im Kosovo. Dort hatte es im März 2004 Unruhen gegeben, bei denen mehr als 15 Menschen ums Leben gekommen waren. Der Mann, der die Unruhen geschürt hatte (ein Kosovo-Albaner), stand damals auf der Gehaltsliste des BND.
Sonntag, 23.11.2008
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