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KOPP EXKLUSIV: »Schwuler Scheich« bei Schweizer Prozess unter Druck

Udo Ulfkotte

Homosexualität ist seit Jahrhunderten ein Bestandteil islamischer Kultur und bis heute überall präsent. In der Schweiz muss sich nun ein angesehener Scheich vor Gericht verantworten, der es in einem Genfer Hotel nicht hinnehmen wollte, dass ein Amerikaner seine angeblich homosexuellen Annäherungsversuche zurückwies – so die Anklage. Der Fall ist diplomatisch heikel, denn der Angeklagte ist der Bruder des Herrschers von Dubai …

Seine Königliche Hoheit Scheich Falah Bin Zayed ist der Bruder des Herrschers der Vereinigten Arabischen Emirate mit Sitz im mondänen Dubai. Homosexualität ist im Lande seiner Königlichen Hoheit ein schlimmes Verbrechen, das gemäß der Scharia mit Peitschenhieben und Gefängnis bestraft wird (Quelle: siehe Bericht). Seine Königliche Hoheit Scheich Falah Bin Zayed hat sich nie sonderlich für die Einhaltung der Menschenrechte in seinem Heimatland eingesetzt. Und Seine Königliche Hoheit ist mit der Tochter von Scheich Al M. verheiratet. Homosexuelle sind aus der Sicht seines Schwiegervaters keine normalen Menschen.

Nun muss sich Seine Königliche Hoheit in der Schweiz aber wegen angeblicher schlimmer Übergriffe vor einem Gericht verantworten. Den Schwiegervater wird die Anklageschrift sicherlich nicht erfreuen: Fünf Jahre lang hat der Amerikaner Silvano Orsi gebraucht, um endlich eine Anklage gegen den berühmten Scheich (gegen den Widerstand der Behörden) durchsetzen zu können. Nach der Anklageschrift hat der Amerikaner Silvano Orsi im Jahre 2003 im Genfer Hotel La Reserve an der Bar gesessen. Und da kam Seine Königliche Hoheit Scheich Falah Bin Zayed (ein Moslem, der angeblich keinen Alkohol trinkt) und spendierte dem »Ungläubigen« eine Flasche Champagner – Dom Perignon. Der Amerikaner wies die Offerte zurück (Quelle: CBS News).

Dann soll der Scheich in aller Öffentlichkeit sexuelle Annäherungsversuche unternommen haben, die der Amerikaner mit den Worten, er sei nicht homosexuell, zurückgewiesen habe. Und dann – so die Anklage – schlug Seine Königliche Hoheit zu. Mehr noch, er verprügelte den Amerikaner in der Bar mit seinem Gürtel (Quelle: BBC 16. Juni 2008). 

Die Kellner geleiteten den Amerikaner dann in einen anderen Raum, in dem sie ihm Schutz vor dem renitenten Scheich gewähren wollten. Doch der Scheich soll ihnen gefolgt sein und weiter auf Silvano Orsi eingeprügelt haben. In den vergangenen Jahren hat Seine Königliche Hoheit dem Amerikaner mehrfach Schweigegeld angeboten – doch der will Gerechtigkeit. Dem Scheich drohen nun wegen schwerer Körperverletzung bis zu zwei Jahre Haft in der Schweiz. Silvano Orsi ist seit dem Vorfall vor fünf Jahren arbeitsunfähig. Und der Scheich hat Angst, so heißt es aus der Schweiz, tatsächlich ins Gefängnis zu müssen. Er bestreitet die Vorwürfe und hebt hervor, er habe sich doch nur verteidigen wollen, als Silvano Orsi ihm gesagt habe, er wolle mit einem Homosexuellen nichts zu tun haben. Der Scheich bestreitet, homosexuell zu sein.

Unabhängig vom Schweizer Fall ist Homosexualität seit vielen Jahrhunderten ein fester Bestandteil islamischer Kultur. Alfred Hackensberger schreibt dazu: »Im 17., 18. und 19. Jahrhundert berichteten bereits Europäer, die den Nahen und Mittleren Osten bereisten, von unverblümten gleichgeschlechtlichen Sexualpraktiken. In einem Ausmaß, dass man annahm, alle Muslime seien von Natur aus bisexuell. In der ottomanischen Türkei trieb man schöne Knaben als Steuer ein und der Sultan hatte seine Lieblingsjünglinge.« (Quelle: Telepolis). Und die Ausdrücke »Persisch« und »Türkisch« werden seit Jahrhunderten als Synonym für Analverkehr benutzt. Im islamischen Kulturkreis schließen sexuelle Beziehungen zwischen Männern nicht automatisch Beziehungen zu Frauen, Heirat und Familie aus. Man verdammt Homosexualität zwar öffentlich – in der Realität ist sie aber weitaus mehr verbreitet als im westlichen Kulturkreis.

So mag denn auch etwa Sultan Qabus Bin Said, der Herrscher des im Südosten der Arabischen Halbinsel gelegenen Sultanats Oman, Männer sehr gern. Er darf das in der Öffentlichkeit in seiner Heimat so nicht sagen. In Oman drohen Männern, die der Homosexualität verdächtigt werden, immerhin drei Jahre Haft. Sultan Qabus wurde an der britischen Militärakademie Sandhurst ausgebildet und besuchte Deutschland zum ersten Mal mit der britischen Rheinarmee. Vor vielen Jahren schon hat er eine alte Gaststätte in Garmisch-Partenkirchen gekauft. Und dort trifft sich der mächtige Herrscher ganz nach Belieben mit Freunden, wenn es die Regierungsgeschäfte im heißen Oman zulassen …

 

Dienstag, 17.06.2008

Kategorie: Allgemeines, Enthüllungen, Akte Islam

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