KOPP EXKLUSIV: Unternehmen »Titan« – Wenn Geheimdienste Aufgaben auslagern ...
Die meisten Geheimdienste der Welt sind große – und träge – Apparate. In einer Welt der ständigen technischen Revolutionen fällt es ihnen bisweilen schwer, mit der Entwicklung Schritt zu halten. Und deshalb lagern sie immer öfter Aufgaben aus. Eines der größten Unternehmen, das mit unglaublichem Erfolg für amerikanische Geheimdienste arbeitet, heißt »Titan« ...
In der Third Avenue in Manhattan gibt es viele Wolkenkratzer. In einem von ihnen belegt das Unternehmen Titan drei Stockwerke. Drei Milliarden Dollar haben die Mitarbeiter von Titan seit dem Jahre 2003 von amerikanischen Geheimdiensten bekommen. Und die Aufträge werden immer
größer. In diesem Jahr wird Titan erneut mindestens eine Milliarde Dollar von amerikanischen Diensten erhalten. Titan macht, was amerikanische Geheimdienste offenkundig selbst nicht mehr können oder um jeden Preis auslagern wollen: Übersetzungen in Krisengebieten an vorderster Front beim Kampfeinsatz und geheimdienstliche Aufklärung dort, wo der Tod Schritt für Schritt lauert.
Allein im Irak hat Titan seit 2003 immerhin 280 Mitarbeiter verloren. Verloren – das klingt verharmlosend, wenn man die meisten Todesursachen kennt: sie wurden erschossen, in die Luft gesprengt oder aufgespießt. Einigen hat man auch schlicht bei lebendem Leib den Kopf abgeschnitten. Titan ist gegenwärtig der zweitgrößte Arbeitgeber im Irak: das Unternehmen beschäftigt 7.000 Übersetzer und 300 eigene Geheimdienst-Agenten. Und das allein im Irak. Während fast jeder die zivilen amerikanischen Unternehmen Kellogg oder Brown & Root (Halliburton) kennt, ist Titan ein No Name. Wenn amerikanische Soldaten im Irak ums Leben kommen, dann erfährt das die Welt. Die Toten werden mit allen militärischen Ehren begraben. Und man setzt ihnen ein Denkmal. Bei Titan ist das anders. Titan, auch L-3 genannt, arbeitet im Verborgenen.
Dabei ist es leicht, trotz aller Geheimniskrämerei Näheres über die künftigen Arbeitsfelder von L-3 (Titan) zu erkunden. Denn viele der Kontrakte werden aus Gründen der Geheimhaltung weit von den Vereinigten Staaten entfernt ausgehandelt – auch in Deutschland, im Amelia Hotel in Wiesbaden.
Dort wurde zumindest in der Vergangenheit über Dinge gesprochen, die öffentlich nicht bekannt werden sollen: Titan, also L-3, stellt auch für die am besten ausgebilkdeten Soldaten der Vereinigten Staaten (Special Forces) die geheimdienstliche Aufklärung im Irak zur Verfügung. Besprochen werden – wie gesagt – solche Dinge etwa im deutschen Wiesbaden. Dort haben die US Forces einen Standort. Und wer noch mehr darüber erfahren möchte, der findet viele weitere Angaben in einer Dokumentation, die am 29. April 2008 zum Ärger der amerikanischen Dienste veröffentlicht wurde. Der Titel der Dokumentation: Outsourcing Intelligence in Iraq ...
Freitag, 02.05.2008
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