»Krebsschaden« US-Finanz-Oligarchie: Privatbanken, Manipulationen, Kriege und das in Sicht kommende Ende der amerikanischen Hegemonie
Die aktuelle Finanz- und Wirtschaftskrise dokumentiert es: Das von vielen »Experten« hoch gelobte westliche Finanzsystem, das seinen Ursprung in Großbritannien und den USA hat, ist nicht in der Lage, stabile Verhältnisse zu garantieren. Stattdessen werden immer wieder »Blasen« geschaffen, die mit schöner Regelmäßigkeit platzen und die Realwirtschaft mit in den Abgrund ziehen – und das mittlerweile weltweit. Es ist daher höchste Zeit, die Ursache des Krebsgeschwürs zu isolieren und auszutrocknen: eine kleine Clique privater Banker, die – weltweit operierend – heute vorwiegend von der Wall Street aus und mittels der »Federal Reserve« agiert.
Es ist schon beinahe lächerlich, wenn man sieht, wie in den Vereinigten Staaten von Amerika, aber auch hierzulande an dem bisherigen Finanz- und Bankensystem festgehalten wird, das in nicht einmal 100 Jahren zwei gewaltige Finanzkrisen ausgelöst hat. Überall in der westlichen Welt wird propagiert, dass es keine Alternativen gäbe, dass der Staat der schlechtere Banker sei und das der Bankrott von Großbanken das gesamte System mit in den Abgrund führen würde …
Man kann darüber streiten, ob unsere Damen und Herren Politiker wie auch unsere Mediengewaltigen nur uninformiert sind, oder ob es sich bei ihnen um Steigbügelhalter der Finanzindustrie handelt. Ich tippe auf Letzteres. Fakt ist: Es gibt sehr wohl Alternativen, wobei diese nicht beinhalten, dass man gleich den Kapitalismus (besser: die soziale Marktwirtschaft) über Bord werfen und durch einen wie immer gearteten Sozialismus ersetzen muss. Ganz im Gegenteil: Das Krebsgeschwür, das es auszumerzen gilt, sind die großen Privatbanken, die als Staatsfinanzierer und Kapitalgeber auftreten und dafür, dass sie Geld aus dem tatsächlichen finanziellen Nichts schöpfen, Zinsen und Zinseszinsen kassieren. In den USA übernahm 1913, von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen, der sogenannte Money Trust (eine Gruppe einflussreicher Geld»adliger«) die Kontrolle über die Nation, als es ihm gelang, eine private Notenbank, die Federal Reserve, zu installieren, die künftig die Geldschöpfung übernehmen sollte. Damit war der Keim des Untergangs geboren, der »Körper« USA vom Krebs infiziert worden.
Was in der heutigen Politik- und Finanzwelt schief läuft, muss nicht lang und breit erklärt werden, denn es ist ziemlich einfach zu verstehen. Es hat allein mit der Geldschöpfung zu tun. Kein Geringerer als der US-Präsident Abraham Lincoln meinte in den 1860er-Jahren dazu: »Die Macht der Geldschöpfung ist gesetzlich geregelt und ausschließlich die nationale Regierung sollte das Monopol besitzen, Geld in Umlauf zu bringen. Eine Regierung, die die Macht besitzt, Geld zu schöpfen und in Umlauf zu setzen sowie Kredit als Geld zu gewähren, und die außerdem sowohl Geld als auch Kredit durch Besteuerung und andere Maßnahmen wieder aus dem Verkehr ziehen kann, braucht kein Geld mit Zinsen zu borgen und sollte dies auch nicht tun, um die Arbeit der Regierung und öffentliche Unternehmungen zu finanzieren.« Lincoln weiter: »Die Regierung sollte alle Mittel an Geld und Kredit schöpfen, ausgeben und in Umlauf bringen, das nötig ist, um der Ausgabekraft der Regierung und der Kaufkraft der Konsumenten Genüge zu tun. Das Privileg, Geld schöpfen und in Umlauf bringen zu können, ist nicht das höchste Vorrecht einer Regierung, aber es bietet einer Regierung die größte Chance zur politischen Gestaltung. Wenn man diese Prinzipien beachtet, dann wird der lang gehegte Wunsch nach einem einheitlichen Medium erfüllt. Den Steuerzahlern werden enorme Summen an Zinsen, Nachlässen und Wechselgebühren erspart. Die Finanzierung aller öffentlichen Maßnahmen, der Erhalt einer stabilen Regierung und ihrer ordnungsgemäßen Arbeitsweise sowie das Gebaren des Finanzministeriums werden zu Fragen der praktischen Verwaltung. Die Menschen können und werden eine Währung erhalten, die so sicher ist wie ihre eigene Regierung. Das Geld ist nicht mehr Herr, sondern wird zum Diener der Menschheit.«
Lincoln hatte verstanden, was eine freiheitliche Demokratie, in der das Geld nur Diener des Volkes, aber nicht Herrscher über die Menschen sein sollte, tun musste, um unheilvolle Einflüsse zu unterbinden. Möglicherweise musste er deshalb sterben, weil er den Interessen des Money Trusts im Wege stand. Denn der wollte an der Geldschöpfung verdienen und darüber hinaus seine Pläne zur Kontrolle der gesamten Welt durchsetzen.
Der dritte Präsident der USA, Thomas Jefferson, erklärte 1809, was passieren würde, wenn die Kontrolle über die amerikanische Währung Privatbankiers überlassen würde: »Ich bin davon überzeugt, dass die Bankinstitute eine größere Bedrohung für unsere freiheitliche Ordnung darstellen als stehende Armeen … Sollte das amerikanische Volk je zulassen, dass private Banken erst durch Inflation, dann durch Deflation die Kontrolle über die amerikanische Währung erobern, dann werden die Banken und die in ihrem Umfeld entstehenden Unternehmen … die Menschen all ihres Reichtums berauben, bis ihre Kinder eines Tages auf dem Kontinent, den ihre Väter erobert haben, ohne ein Dach über dem Kopf aufwachen … Die Macht, Geld in Umlauf zu bringen, muss den Banken entrissen und an das Volk zurückgegeben werden, dem sie von Rechts wegen zusteht.«
Jeffersons wahre Worte – die jetzt all jene Amerikaner, die kein Dach mehr über dem Kopf haben, kürzlich aber noch zum Mittelstand gehörten, bestens nachvollziehen können – blieben leider unberücksichtigt, die Katastrophe nahm in den USA spätestens ab 1913 ihren Lauf – mit schrecklichen Folgen für die Welt, die bis heute anhalten. Wie wir anhand der aktuellen Krise sehen, hatte Jefferson den sprichwörtlichen Nagel auf den Kopf getroffen und damit den Weg gewiesen, was »man« (das Volk) tun muss, um sich aus der Umklammerung der Finanz-Plutokraten zu befreien. Es gibt also sehr wohl Alternativen, um zu verhindern, dass »Blutsauger« sich am Lebenssaft eines Volkes bzw. aller Völker gütlich tun.
Scharfsinnigerweise muss man zudem einschätzen, dass Wahrheiten meist einfacher Natur sind. Wenn also des Volkes Wille in den vermeintlichen Demokratien des Westens wirklich eine Rolle spielen sollte (was immer mehr Menschen, die aufwachen, in Zweifel ziehen), dann sollten sich unsere verantwortlichen Politiker jetzt endlich einmal dazu äußern, wie sie das System der Geldschöpfung zum Wohle ihrer Nationen zurück in die Hände des Souveräns, des Volkes, geben möchten. Die Chancen stehen derzeit nicht schlecht für solch eine Maßnahme. Notfalls sollte man einige Gesetze ändern und dabei nicht zimperlich sein, wenn es um das Wohl und Wehe des Souveräns geht. Ich frage mich nur, wann der Souverän selbst aufwacht und begreift, welch teuflisches Spiel mit ihm gespielt (besser: getrieben) wird.
Indes ist mir natürlich vollkommen bewusst, dass es gar nicht im Sinne unserer politisch Verantwortlichen ist, das zu tun, was einst Präsident Lincoln formulierte. Es geht vielmehr darum, die Interessen einer kleinen Finanzelite zu sichern, die ohnehin nichts von Demokratie, Freiheit und Rechtsstaatlichkeit hält, sondern dem Prinzip der Plutokratie (Herrschaft durch Geld) anhängt, wie sie in den letzten Jahrhunderten tausendfach bewiesen hat. Freilich ging man dabei stets mit großer Raffinesse und großem Geschick vor, indem man sich ein Mäntelchen mit der Aufschrift »Demokratie« umhängte und so tat, als sei man ein Freund der Menschen.
Dass es sich bei dieser Finanz-Oligarchie keineswegs um Menschenfreunde handelt, wird spätestens dann deutlich, wenn man der eigentlich unübersehbaren Blutspur folgt, die sie in der Weltgeschichte hinterlassen hat. Das amerikanische Ostküsten-Establishment, wie es auch genannt wird, produzierte im wahrsten Sinne des Wortes Leichenberge, ohne je dafür zur Verantwortung gezogen zu werden. Es sorgte dafür, dass Gründe geliefert wurden, damit die USA in den Ersten Weltkrieg eintreten konnten (was das amerikanische Volk ursprünglich mehrheitlich ablehnte), es finanzierte – was nur wenigen Zeitgenossen bekannt ist – Hitlers Aufstieg, und das, obwohl man genau wusste, was er in seinem Buch Mein Kampf geschrieben hatte. Es sorgte nach dem Einmarsch deutscher Truppen in die Sowjetunion dafür, dass mit den Russen ein sogenanntes Leih- und Pacht-Abkommen abgeschlossen wurde, damit das Land die Abwehrschlacht gegen Deutschland führen konnte. Ungeachtet der Tatsache, dass man an all den Maßnahmen Milliarden und Abermilliarden verdiente, hatten diese natürlich auch einen strategischen Hintergrund: Deutschland und die Sowjetunion sollten, anders lässt es sich nicht formulieren, »aneinander verbluten«, damit anschließend Europa, richtiger: Eurasien, dem amerikanischen Zugriff offenstand. Die Finanz-Clique der Ostküste wollte nicht mehr und nicht weniger als die weitestgehende Kontrolle über die Nationen der Welt und ihre Rohstoffe und Absatzmärkte, wobei das strategische Hauptziel Eurasien, die so bezeichnete »Welteninsel« war. Deutschland stand diesen Plänen dabei im Weg und musste, weil wirtschaftlich wie technisch-wissenschaftlich auf dem Vormarsch, unter allen Umständen eliminiert werden.
Hat man die Strategie der Finanz-Plutokraten und ihren Einfluss auf die US-Politik wie auch die dortige Rüstungsindustrie einmal verstanden, kann man nur noch müde lächeln, wenn Historiker darüber schwadronieren, dass es den USA im Zweiten Weltkrieg darum gegangen sei, den deutschen Nationalsozialismus zu vernichten. Richtig ist vielmehr, dass Deutschlands Einfluss auch ohne das Hitler-Regime beseitigt worden wäre. Deutschland musste als Wirtschaftsmacht zerstört werden. Dafür kaufte sich die US-Hochfinanz zwei Weltkriege. Und da sie ihr Hauptziel (Eurasien) nur teilweise erreichen konnte (die Kontrolle über Europa), musste selbst nach dem Niedergang der Sowjetunion und dem Zusammenbruch des Warschauer Paktes weiter mit den Russen eine Politik der Konfrontation betrieben werden, immerhin galt es ja noch, den zweiten Teil (Asien) unter den US-Einfluss zu bekommen. Ob das allerdings noch gelingen wird, ist angesichts der aktuellen Finanzkatastrophe eher fraglich. Die US-Hochfinanz hat (glücklicherweise?) den Bogen überspannt und sich – bildlich gesprochen – ihr finanzielles Standbein amputiert. Die USA sind nun nicht mehr der Riese, der, gestützt auf seine Finanz- und Militärmacht, in der Welt das Sagen hat und den Knüppel schwingen kann. Die USA sind nur noch ein einbeiniger, ins Wanken geratener »Goliath«, der sich wahrscheinlich demnächst selbst zu Fall bringen wird.
Selbst wenn das nicht geschehen sollte, dann haben in der Zwischenzeit andere in der Welt tätige Kräfte, die ich behelfsweise einmal als »David« bezeichnen möchte, dafür gesorgt, dass die Vereinigten Staaten nie mehr »Die einzige Weltmacht« sein werden. Das Finanzzentrum wird sich in Richtung Osten verlagern. Der Dollar wird seine Rolle als Leit- und Reservewährung verlieren. Eine neue, goldgestützte (Leit-)Währung wird kommen – das ist alles nur eine Frage der Zeit. Gespannt sein darf man, was mit dem Euro geschehen wird, der bekanntlich auch nur bedrucktes (und im Ernstfall wertloses) Papier darstellt. Ich glaube nicht, dass Russland beispielsweise noch Erdöl und Gas liefern wird, wenn die Europäer mit Euros bezahlen wollen, andere aber eine weitaus wertvollere, weil goldgedeckte Währung anzubieten haben.
Die europäischen Nationen sind gut beraten, sich von ihren alten Fesseln zu lösen und eine strategische Neuausrichtung vorzunehmen. Wie ich schon mehrfach schrieb: Die Zukunft liegt im Osten. Zudem haben die USA »Finanzkrebs«. Und die Heilungschancen sind gering … Deutschland selbst sollte sicherheitshalber schon mal in Fort Knox nachfragen, wo die deutschen Goldreserven sind. Gewiss: Dazu bedarf es eines mutigen Politikers. Es könnte aber sein, dass diese Nation ihr Gold schneller braucht, als mancher Zeitgenosse im Moment noch glaubt.
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Die Zitate von Abraham Lincoln und Thomas Jefferson stammen aus dem neuesten Buch des bekannten Autoren F. William Engdahl, das den Titel Der Untergang des Dollar-Imperiums trägt und soeben im Kopp Verlag erschienen ist. Das Buch beleuchtet sachlich und fundiert den Einfluss des Money Trusts auf die Finanz-, Wirtschafts-, Politik- und Kriegsgeschichte der letzten 100 Jahre und dokumentiert, dass hinter den teils katastrophalen Geschehnissen des 20. Jahrhunderts vor allem die von vielen Historikern übersehenen Zielsetzungen des US-Ostküsten-Establishments (Wall Street, Federal Reserve) stecken, das Freund und Feind finanzierte, um seine Vorstellungen von einer globalen Kontrolle der Finanz-, Rohstoff- und Absatzmärkte zu verwirlichen.
Donnerstag, 26.03.2009
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