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Machtkampf in der CDU: Gerüchte über Merkels Rücktritt verunsichern Börsen

Gerhard Wisnewski

Weiß man in Fernost mehr als in Deutschland? Gerüchte über Angela Merkels Rücktritt haben die asiatischen Börsen in Aufregung versetzt. Sogar der Euro kam unter Druck. Inzwischen tobt der Machtkampf in der CDU weiter.

»CDU wettert gegen Merkels Steuersenkungspläne«, titelte Focus Online am 14. Januar 2010. Nun ja – was soll sein? Schließlich wettert die Opposition dauernd gegen die Kanzlerin. Doch halt: Die CDU ist ja gar nicht die Opposition, sondern die Partei der Bundeskanzlerin! Oder beherbergt deren Partei neuerdings die härteste Opposition?

Ganz sieht es so aus. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat zurzeit mit einem veritablen Aufstand zu kämpfen. Eine stattliche Riege aus CDU-Ministerpräsidenten hat ihr den Kampf angesagt, will »das Merkel« möglichst schnell weghaben und einen neuen Kanzler auf den Schild heben. Und zwar jenen Ministerpräsidenten, der sich momentan auffallend zurückhält: Roland Koch. Warum?

Ganz einfach: weil Koch erstens neuer Liebling der Bilderberger-Strategen ist. Ein anderer Liebling der Bilderberger-Drahtzieher sitzt schließlich schon in der Regierung, nämlich Guido Westerwelle. Der war 2007 auf der Bilderberger-Konferenz zu Gast. Zweitens steht Koch als stellvertretender CDU-Bundesvorsitzender an zweiter Stelle in der Schlange hinter Merkel und tritt ihr von dort aus heftig in die Hacken. Beziehungsweise lässt treten. Denn die Dreckarbeit müssen natürlich andere besorgen. Der Ruch des Meuchlers darf dem Königsmörder gegebenenfalls nicht anhaften. Koch selbst muss vielmehr als derjenige erscheinen, der gegen seinen Willen gerufen wird, um seine Pflicht zu tun und der CDU aus der Patsche zu helfen. Nur durch einen Hilferuf können seine Dementis neutralisiert werden. Es wird dann heißen, dass nun eine andere Lage entstanden sei und sich Koch den Hilferufen nicht verschließen könne. Soll heißen: Er habe sich ja an seine Dementis halten wollen, sei dazu aber aufgrund der veränderten Situation und der Bitten der Parteifreunde nicht mehr in der Lage.

Als Erste (nach dieser Website) haben natürlich die Börsen davon Wind bekommen. Seit dem Morgen kursieren an den asiatischen Börsen Gerüchte über einen Rücktritt Angela Merkels. Laut der Nachrichtenagentur Reuters war der Euro-Kurs von 1,45 Dollar im späten New Yorker Handel bis auf 1,4407 Dollar gefallen. Bei Handelsstart am 15. Januar lag die Gemeinschaftswährung nur noch bei 1,4390 Dollar. Zwar beeilte sich die Bundesregierung, das Rücktrittsgerücht zu dementieren, das half aber nur bedingt. »Dem Gerücht sind schon viele gefolgt. Der Euro ist runtergekommen und hat sich seitdem nicht wirklich wieder erholt«, zitierte Spiegel Online vom heutigen 15. Januar 2010 einen Händler.

 

Freitag, 15.01.2010

Kategorie: Enthüllungen, Politik

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