Informationen, die Ihnen die Augen öffnen!

Bücher, die Ihnen die Augen öffnen!

 

Neue Billionen-Katastrophe? – Niemand will mehr US-Staatsanleihen

Michael Grandt

Die Flucht aus US-Staatsanleihen nimmt rasant zu. Anleger fürchten, dass die US-Papiere nicht mehr so »bombensicher« sind, wie bisher behauptet. Eine Finanzkatastrophe nie dagewesenen Ausmaßes bahnt sich an.

Die Vereinigten Staaten weisen die höchste Verschuldung ihrer gesamten Staatsgeschichte auf: 11,5 Billionen Dollar. Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten sind so groß, wie seit 80 Jahren nicht mehr. Niemand in Washington weiß zur Zeit, wie die Schulden zurückbezahlt werden sollen, die man bei den Anlegern macht. Schon fürchten manche Investoren, der Staat könnte durch eine Inflation die Schulden verringern oder gar eine Währungsreform durchführen, was einen großen Teil der Gläubiger um ihre Anlagen bringen würde.

Dieses Szenario ist nicht einmal abwegig, denn offensichtlich herrscht bereits ein Überangebot an US-Staatsanleihen, weil sich nicht mehr genügend Käufer finden. Ein klares Anzeichen dafür: Die amerikanische Notenbank Fed kauft inzwischen selbst US-Anleihen auf. Im Klartext: Weil die US-Bonds nicht mehr so viele Abnehmer finden, kauft die Notenbank sie mit Geld auf, das sie selbst druckt und dadurch die Inflationsgefahr immer weiter steigert. 

Schon drohen Rating-Agenturen, die Bewertung der US-Kreditwürdigkeit herunterzustufen. Das wäre eine Katastrophe mit fatalen Auswirkungen: Der amerikanische Staat muss dann höhere Zinsen für seine Anleihen zahlen, seine Schulden dadurch massiv erhöhen und sicher würden weitere Anleger ihre US-Bonds verkaufen. 

China, Japan und die Ölstaaten, also die größten Kreditgeber der USA, sind hingegen schon länger dabei, ihre amerikanischen Staatsanleihen abzustoßen, weil sie zu unsicher geworden sind. Allein China hält US-Bonds für zwei Billionen Dollar. Damit ist der ehemalige »Klassenfeind« der größte Gläubiger der Amerikaner.

China wählt eine kluge Strategie und ist den westlichen Industriestaaten mindestens um zehn Jahre voraus: In den letzten Monaten hat die Volksrepublik viele Rohstoffe auf fast allen Kontinenten aufgekauft, etwa Erz in Australien, Gold in Afrika oder Öl in Südamerika. Aber wieso braucht das Land so viele Rohstoffe, wenn die eigene Produktion durch die Weltwirtschaftskrise massiv eingebrochen ist? Nun, offenbar findet hier eine Flucht aus den Staatsanleihen in reale Werte statt. Wir reiben uns noch verwundert die Augen, was aus dem einst »finanzsichersten« Land der Welt, nämlich den USA, geworden ist, während die Chinesen schon handeln …

Aber auch andere Anleger wachen langsam auf, schichten ihr Geld um und reduzieren ihren Anteil an US-Staatsanleihen. Sie investieren derzeit lieber in die Rohstoffmärkte, was manche bereits als sicherere Investition als in US-Bonds ansehen. So weit ist es schon gekommen.

Viele Finanzexperten sind davon überzeugt: Sollte die Billionen-Blase der US-Staatsanleihen platzen (das bedeutet de facto den Bankrott der USA), würde das ein Erdbeben auf den internationalen Finanzmärkten auslösen, das schlimmer wäre, als alles bisher dagewesene.

 

Donnerstag, 23.07.2009

Kategorie: Geostrategie, Wirtschaft & Finanzen

© Das Copyright dieser Seite liegt, wenn nicht anders vermerkt, beim Kopp Verlag, Rottenburg


Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muß nicht zwangsläufig die Meinung des Verlags oder die Meinung anderer Autoren dieser Seiten wiedergeben.


Ergänzende Beiträge zu diesem Thema:

Die US-Armee bereitet sich auf »Schocks« in der Heimat vor

F. William Engdahl

Die »US Army« bereitet sich in aller Stille auf »unkonventionelle strategische Schocks« vor – so lautet es zumindest in der offiziellen Sprache des Pentagons. In einem Weißbuch des Instituts für Strategische Studien der US-Armee wird gewarnt, die Streitkräfte müssten sich auf »gewalttätige ...
weiterlesen »

Donnerstag, 12. März 2009


USA: Höchster Arbeitsplatzverlust seit dem Zweiten Weltkrieg!

Michael Grandt

Im Jahr 2008 verlor die US-Wirtschaft insgesamt 2,6 Millionen Arbeitsplätze, allein im Dezember waren es 500.000. Es war das schlechteste Jahr für den Arbeitsmarkt seit dem Zweiten Weltkrieg.
weiterlesen »

Donnerstag, 22. Januar 2009


US-Banken greifen zu Tricks, um die realen Verluste zu verschleiern

F. William Engdahl

Das FDIC, der Einlagensicherungsfonds des US-Finanzministeriums, hat in den letzten Tagen die lang erwarteten Ergebnisse des von ihm durchgeführten »Stress-Tests« der 19 größten US-Banken veröffentlicht. Die Resultate waren »überraschend« optimistisch, was die Preise der Bankaktien weiter in die ...
weiterlesen »

Mittwoch, 13. Mai 2009


Wer diesen Artikel gelesen hat, hat sich auch für diese Beiträge interessiert:

Finanzcrash und Weltwirtschaftskrise – wie geht es weiter? Astrologische Prognose zur totalen Sonnenfinsternis vom 22.07.2009 und ihren globalen Auswirkungen

Brigitte Hamann

Am Mittwoch, dem 22. Juli 2009, um 02:35:21 Uhr Weltzeit findet ein Jahrhundertereignis statt: die längste totale Sonnenfinsternis dieses Jahrhunderts. Sie dauerte 6 Minuten 38 Sekunden und war in Asien und im Pazifik beobachtbar. Die Finsternis wirkte sich auf dem gesamten Globus aus, auch dort, ...
weiterlesen »

Mittwoch, 22. Juli 2009


Die größten Finanzverlierer

Michael Grandt

Ob Banken, Autobauer, Versicherungen oder Ölmultis. Weltweit haben die großen Konzerne aufgrund der Wirtschaftskrise Milliarden Verluste gemacht. Hier die Namen der größten Finanzverlierer.
weiterlesen »

Dienstag, 24. November 2009


»Nabucco«, die Türkei, die EU und Obamas Geopolitik

F. William Engdahl

Eine seiner ersten Auslandsreisen als neuer US-Präsident führte Barack Obama in die türkische Hauptstadt Ankara zu einem viel beachteten Treffen mit Ministerpräsident Recep Erdogan und anderen hochrangigen Vertretern. Obama hat dort in klassischer Manier »wie ein Pferdehändler« so manchen Handel ...
weiterlesen »

Mittwoch, 22. Juli 2009


Journalistin stellt Strafanzeige gegen die WHO und UN. Sie wirft ihnen Bioterrorismus sowie versuchten Massenmord vor

Michael Grandt

Eine Journalistin hat beim FBI Anzeige gegen die Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Vereinten Nationen (UN) und hochrangige Politiker erstattet. Die Anzeige lautet auf Bioterrorismus und versuchten Massenmord. Zugleich erwirkte sie eine einstweilige Verfügung gegen Zwangsimpfungen.
weiterlesen »

Freitag, 17. Juli 2009