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Piraten ahoi? Wie man Seeräuber ganz einfach in die Flucht schlägt

Udo Ulfkotte

Die Piraten werden am Horn von Afrika immer dreister. Viele Staaten haben Marineverbände in die Region ensandt. Und manche rüsten ihre Handelsschiffe nun mit Kriegswaffen aus. Insgeheim gehen einige Reeder einen völlig anderen Weg. Sie verlassen sich weder auf fremde Marineverbände, noch auf Schusswaffen – sie installieren LRAD. Und das mögen die somalischen Piraten nun überhaupt nicht.

Das amerikanische Unternehmen American Technology Corporation hat im Auftrag des Pentagon vor einigen Jahren schon eine nicht-tödliche Schallwaffe entwickelt: LRAD. Die Abkürzung steht für Long Range Acoustic Device. LRAD (Bild links) ist seit dem zweiten Irak-Krieg im Einsatz. Im Hafen von Basra (Irak) nutzt man LRAD für Lautsprecherdurchsagen an die Besatzungen von Schiffen, kann damit aber auch Frequenzen erzeugen, die jeden Menschen schnell weglaufen lassen. LRAD sendet im Bedarfsfalle hochfrequente Töne (2.100 bis 3.100 Hertz) mit einem Schalldruckpegel von 150 dB. Der schrille Ton führt im Nahbereich zu starkem Schmerz, Übelkeit und bisweilen Würgereiz. Das Gerät hört sich an wie ein Feuermelder – nur hundert Mal lauter. Viele Handels- und fast alle Kreuzfahrtschiffe werden derzeit mit LRAD ausgerüstet. Man kann damit auch somalische Piraten in die Flucht schlagen – allerdings gibt es ein billiges Abwehrmittel: Schallschutz-Kopfhörer.

Und weil somalischen Piraten die LRAD-Technik nicht gänzlich unbekannt ist, rüstet man Handels- und Kreuzfahrtschiffe nun zusätzlich mit einer weiteren technischen Errungenschaft aus: einem rings um das Schiff an der Bordwand verlaufenden Elektrozaun. Die Rotterdamer Firma Secure Marine bietet diese moderne Art der Piratenabwehr an. Wer versucht, über die Bordwand auf ein Schiff zu klettern, der bekommt kurzfristig einen Stromschlag von 9000 Volt – und fällt garantiert wie vom Schlag getroffen von der Bordwand ins Wasser.

Und dagegen gibt es keinen wirksamen Schutz. Allerdings finden viele westliche Regierungen diese Schutzmaßnahmen »inhuman« und »diskriminierend« – schließlich könnte ein räuberischer Pirat ja dabei Schaden erleiden. Weil das Stromnetz jedoch auf den Weltmeeren nicht illegal ist, rüsten sich die Reeder zusehends damit aus – und schweigen über den Einbau. Denn allzu viele öffentliche Worte könnten ja um die körperliche Unversehrtheit der Piraten besorgte Poltitiker auf den Plan rufen ...  

 

Mittwoch, 03.12.2008

Kategorie: Allgemeines

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