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Spielt Washington ein undurchsichtiges Spiel mit China?

F. William Engdahl

Ohne zu weitgehende Folgerungen aus den tragischen Ereignissen vom 5. Juli in der Uigurischen Autonomen Region Xinjiang in China ziehen zu wollen, lohnt es sich doch zu untersuchen, welche Rolle die »unabhängige« Nicht-Regierungs-Organisation »National Endowment for Democracy« (NED) aus Washington dabei gespielt hat.

Anscheinend gibt es sehr enge Verbindungen zwischen der in Washington ansässigen Organisation »Weltkongress der Uiguren« (WUC), die derzeit in aller Welt zu Demonstrationen vor chinesischen Botschaften aufruft, und der vom US-Kongress finanzierten Stiftung National Endowment for Democracy. Nach Angaben der offiziellen Website des WUC war das NED gemeinsam mit einer merkwürdigen Organisation namens Unrepresented Nations and Peoples (Organisation der nicht-repräsentierten Nationen und Völker) am 18. und 19. Mai Veranstalter einer sehr wichtigen Konferenz über die Lage der Menschenrechte in Ost-Turkestan mit dem Titel: »Ost-Turkestan: 60 Jahre unter chinesischer kommunistischer Herrschaft«.

 

Die US-Regierung unterstützt die Bewegung der uigurischen Separatisten in China.

 

In meinem Buch Apokalypse jetzt! habe ich beschrieben, dass dieselbe NED auch verschiedene andere Organisationen finanziell unterstützt hat, die im März 2008 an der sogenannten »Pupurfarbenen Revolution« in Lhasa beteiligt waren. Die NED unterstützte auch die jüngsten Unruhen in Burma/Myanmar, die ebenfalls als »Purpurfarbene Revolution« bezeichnet wurden, sowie praktisch alle zum Regimewechsel führenden Destabilisierungen der vergangenen Jahre in Osteuropa von Serbien über Georgien, die Ukraine bis Kirgisistan.

Allen Weinstein, einer der Mitautoren der Gründungsakte der NED, hatte sich 1991 in einem Interview sehr deutlich geäußert: »Vieles von dem, was wir heute tun, erledigte vor 25 Jahren heimlich die CIA.«

Angeblich ist die NED eine private, regierungsunabhängige und nicht profitorientierte Stiftung, sie erhält jedoch jährliche finanzielle Zuwendungen vom US-Kongress. Das Geld fließt über vier »Kern-Stiftungen«, nämlich das Obamas Demokratischer Partei nahestehende National Democratic Institute for International Affairs, das International Republican Institute (der Republikanischen Partei nahestehend), das (gewerkschaftlich orientierte) American Center for International Labor Solidarity und das mit der US-Handelskammer verbundene Center for International Private Enterprise.

Es drängen sich nun die Fragen auf, ob Aktivitäten der NED möglicherweise die Unruhen in der Uigurischen Autonomen Region Xinjiang befördert haben und wie sich die Regierung Obama verhält? Unterstützt oder verurteilt sie solche von der NED finanziell unterstützte Einmischung in die souveräne Politik von Staaten, auf die Washington Druck ausüben will? Diese Fragen verlangen eine baldige Antwort; es wäre ein erster wichtiger Schritt zur Klärung der Politik der neuen Regierung Obama, wenn die NED, das US-Außenministerium und die der US-Regierung nahestehenden »Nicht-Regierungs-Organisationen« offenlegten, ob sie den uigurischen Separatismus oder die Unruhen ermuntert haben. Ist es ein Zufall, dass es nur wenige Tage nach dem historischen Treffen der Shanghai Cooperation Organisation zu Aufständen der Uiguren gekommen ist?

 

Montag, 13.07.2009

Kategorie: Geostrategie, Enthüllungen, Politik

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