Strafe für Schwangerschaft bei der US-Armee im Irak
Ein US-Kommandeur im Irak bestraft Schwangerschaften, es droht sogar eine Verurteilung vor einem Militärgericht.
US-Generalmajor Anthony Cucolo, der 22.000 Männer und Frauen im Norden des Irak befehligt, sagt: »Ich brauche jeden Soldaten, den ich habe«, deshalb ist für ihn der Krieg die falsche Zeit zum Kinderkriegen.
Cucolo erließ den Befehl, dass die Soldatinnen seiner Kompanie während des Kriegseinsatzes nicht mehr schwanger werden dürfen mit der Begründung: »Jeder Soldat, der für den Kampf nicht mehr zur Verfügung steht, bürdet seinen Kameraden Mehrarbeit auf.«
In der Endkonsequenz bedeutet dies: Soldatinnen, die während des Kriegseinsatzes schwanger werden, kommen vor ein Militärgericht. Dort droht ihnen dann eine Haftstrafe von bis zu zwei Jahren. Aber auch der Vater des Kindes kann belangt werden: Sollte auch er ein Soldat sein, droht ihm dieselbe Strafe.
Außenstehende können das nicht verstehen, Insider hingegen geben dem Kommandeur uneingeschränkt recht, denn immer mehr Soldatinnen versuchen, sich durch »plötzliche« Schwangerschaften »bewusst« von Kampfeinsätzen zu drücken. Dieses subversive Verhalten richtet sich auch gegen die Kameraden und Kameradinnen, die dann einspringen müssen. Das ist schlecht für die Moral der Truppe.
Demzufolge steht auch das US-Verteidigungsministerium hinter dem Befehl von Generalmajor Anthony Cucolo. Ein Sprecher erklärte: »Jeder Kommandeur hat bei uns das Recht, nach eigenem Ermessen Regeln aufzustellen und durchzusetzen.« Und eine Expertin für Militärfragen beim Fernsehsender CNN sagte: »Wer bei den US-Streitkräften ist und insbesondere, wer in einem Kriegsgebiet Dienst leistest, hat nicht das Recht auf Privatsphäre wie im Zivilleben. Da gilt: Der Kampfauftrag kommt vor allem anderen.«
Doch diese Betrachtungsweise lässt Folgendes außer Acht: Bekanntermaßen können Frau auch trotz Verhütung schwanger werden und besonderes in den konservativeren Bundesstaaten der USA werden Pille und Abtreibung häufig aus Glaubensgründen abgelehnt.
Wenn Generalmajor Cucolo schon verlauten lässt, er brauche jeden Soldaten, dann ist sein Befehl für mich ein klares Zeichen dafür, wie verzweifelt die Lage der US Army im Irak ist und dass man wohl schon mit dem »letzten Aufgebot« kämpft.
Mittwoch, 30.12.2009
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