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Tablette oder nicht?

Michael Grandt

Es ist Winter, es ist kalt und nass. Viele Menschen plagen sich mit einer Erkältung und fragen sich: Soll ich Tabletten einnehmen oder nicht? Aber es gibt eine nebenwirkungsfreie Alternative: natürliche Antibiotika.

Was sind natürliche Antibiotika?

Alle Pflanzen entwickeln Stoffe, um sich gegen Viren, Bakterien und Pilze zu schützen, die sie befallen und schädigen. Die Naturstoffe wirken deshalb nicht nur gegen Bakterien, sondern auch gegen Pilze und Viren. Ganz im Gegensatz zu den synthetischen Antibiotika werden natürliche Antibiotika fast ausnahmslos aus Pflanzen gewonnen, manchmal auch aus einer Symbiose zwischen Pflanze und Insekt, so wie das etwa bei Propolis oder Honig der Fall ist.

Antibiotische Pflanzen enthalten mitunter Hunderte von unterschiedlichen Wirkstoffen, die nur in ihrer Gesamtheit eine gewisse Heilwirkung entfalten können, da sie antibakterielle und systemische Eigenschaften in sich vereinen. 

In diesem Zusammenhang ist der Begriff »Antibiose« wichtig: Synthetische Antibiotika zerstören Bakterien ohne Rücksicht darauf, ob sie schaden oder nützen. Ganz anders ist dies bei den natürlichen Antibiotika. Pflanzen bedienen sich ihrer antibiotischen Wirkstoffe, um die Organismen zum Schutze des eigenen Fortbestandes zu hemmen. Das nennt man »Antibiose«, denn niemals würden sie Organismen zerstören, die sie für das eigene Überleben noch brauchen.

Natürliche Heilpflanzen sind wahre Alleskönner: Sie dienen vor allem der Stärkung des Immunsystems, der Entwicklung körpereigener Abwehrkräfte und zur präventiven Unterdrückung von Infektionskrankheiten. Zudem können sie die Bildung von neuem Gewebe anregen, fördern die Wundheilung, entgiften das Bindegewebe, verbessern die Entschlackung und versorgen unseren Körper mit Mineralstoffen, Vitaminen, Spurenelementen und anderen Vitalstoffen.

Viele Heilpflanzen kann man auch in Form von Präparaten, Tees, Gewürzen oder ätherischen Ölen verwenden, die es in Apotheken oder Lebensmittelläden zu kaufen gibt.

 

Bereits Urvölker setzten natürliche Antibiotika ein

Seit den Anfängen der Menschheit ist die Verwendung von Pflanzen und Kräutern zu Heilzwecken bekannt. Heilkundige, Medizinmänner, Schamanen, Mönche und Kräuterhexen kannten die verborgenen Kräfte der Pflanzen und setzten sie ein, um Krankheiten und Gebrechen zu heilen oder zu lindern. So entstanden jahrtausendealte Erfahrungen, die in den verschiedensten Kulturen oft nur mündlich weitergegeben wurden.

Die frühesten, bisher bekannt gewordenen schriftlichen Aufzeichnungen stammen aus Nordchina und einem Papyrus aus Ägypten. Beide sind etwa um 3000 v.Chr. entstanden und dokumentieren die Verwendung von verschiedenen Heilpflanzen wie Myrrhe und Weihrauch, die auch heute noch im Gebrauch sind.

Aber nicht nur bei den Chinesen, Ägyptern und Indern waren Pflanzenheilmittel über Jahrtausende hinweg Hauptbestandteil ihrer medizinischen Praxis, auch Inka, Maya und viele verschiedene Indianerstämme Nord- und Südamerikas kannten ihre Heilwirkungen und setzten sie ein. Ihre Verwendung wurde später durch Mönche, Forscher und Seefahrer nach Europa gebracht. Auch die heimische Natur- und Volksheilkunde setzt natürliche Antibiotika seit Jahrhunderten medizinisch und hilfreich ein.

Erst mit dem Buchdruck entstanden wichtige Heilpflanzen- und Heilkräuterbücher, die sich weit verbreiteten und einem beinahe unstillbaren Wissensdurst auf diesem Gebiet Rechnung trugen.

Im 16. Jahrhundert drifteten die Pflanzenheilkunde, die bis dahin häufig mit astrologischen oder volkstümlichen Begriffen und Worten erklärt wurde, und die »Schulmedizin« immer weiter auseinander. Durch neue anatomische und chirurgische Erkenntnisse vorangetrieben, entwickelte sich die »wissenschaftliche« Medizin zu einem neuen Forschungs-, aber auch Industriezweig, der immer weniger mit seinem eigentlichen Ursprung, der Pflanzenheilkunde, gemein hatte. Mehr und mehr chemische Rezepturen wurden entwickelt, getestet und hergestellt. Auf ihrer Grundlage entstanden später industriell produzierte Medikamente. Das Geschäft mit Arzneimitteln wuchs in den Jahrhunderten stetig an.

Aber auch in der Pflanzenheilkunde gab es Fortschritte, denn das Wissen über die Heilkraft der verschiedenen Gewächse erweiterte sich durch die wissenschaftliche Botanik enorm. Dennoch blieb sie lange Zeit ein Stiefkind. Erst seit den 1980e-Jahren unterstützt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) das Wiederaufleben der traditionellen Pflanzenheilkunde, vor allem in den Entwicklungsländern. 

In den Industrienationen vertrauen immer mehr Menschen wieder den Heilpflanzen und -kräutern, vor allem auch deswegen, weil die meisten synthetisch hergestellten Medikamente viele, oft schwere, Nebenwirkungen haben.

 

Warum sind natürliche Antibiotika gut für mich?

Es verschiedene Gründe, weshalb uns Infektionskrankheiten heimsuchen können. Natürliche Antibiotika können keine Wunder vollbringen, wenn der oder die Erkrankte nicht auch ihren Teil dazu beitragen: Für jeden verantwortungsvollen Menschen muss es daher eine Selbstverständlichkeit sein, sich gesund zu ernähren, sich genügend zu bewegen und am besten nicht zu rauchen und Alkohol zu trinken. Aber auch physischer und psychischer Stress wirken auf unseren Körper ein und können unserer Gesundheit schaden. Positives Denken kann helfen, sich auch in schlechten Zeiten besser zu fühlen. Frei nach dem Motto: Wenn ich keine Möglichkeit habe, einen Umstand zu verändern oder zu beeinflussen, sollte ich meine Einstellung dazu ändern, um auf Dauer deswegen nicht krank zu werden. Die Gesamtheit unseres körperlichen, seelischen und geistigen Zustands hält uns also gesund. Heilpflanzen und Heilkräuter können uns dabei sehr gut unterstützen. Sie regen vor allem die Selbstheilungskräfte an, stellen das Körpergleichgewicht wieder her, stärken das Immunsystem und befreien uns von »Giftstoffen«.

Viele Pflanzen besitzen zudem antivirale und antibakterielle Eigenschaften, die einen natürlichen Heilungsprozess fördern, und das meistens ohne schädliche Nebenwirkungen.

Mit natürlichen Antibiotika kann man leichte bis mittelschwere Infektionen behandeln, wohingegen die hochwirksamen Medikamente vordringlich bei schweren Infektionskrankheiten eingesetzt werden sollten. Die Verantwortung liegt bei Ihrem Arzt, aber auch bei Ihnen selbst. 

 

Synthetische und Pflanzliche Antibiotika im Vergleich

Synthetische Antibiotika:

– können in kürzerer Zeit helfen,

– stellen eine sinnvolle Anwendung bei schweren und lebensbedrohlichen Infektionen dar,

– wirken nur gegen Bakterien,

– schwächen das Immunsystem,

– können Resistenzen bilden,

– haben viele Nebenwirkungen.

 

Pflanzliche Antibiotika:

– benötigen eine längere Anwendungszeit, bis sie wirkungsvoll helfen,

– stellen eine sinnvolle Anwendungt bei leichten und mittelschweren Infektionen dar,

– wirken gegen Bakterien und Viren,

– stärken das Immunsystem,

– bilden keine Resistenzen

– haben meistens keine Nebenwirkungen,

– können auch vorbeugend eingenommen werden,

– fördern die Wundheilung,

– entgiften das Gewebe,

– verbessern die Entschlackung,

– versorgen unseren Körper mit Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und anderen Vitalstoffen.

 

Michael Grandt ist Co-Autor des Buches Antibiotika aus der Natur.

 

Mittwoch, 27.01.2010

Kategorie: Allgemeines, Wissenschaft

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