Todesfälle, Schocks, Herzprobleme
Bilanz nach drei Wochen Schweinegrippe-Impfung: Mehrere Tote und bei 197 Personen »unerwünschte Symptome«, von denen 53 davon als »schwerwiegend« eingestuft wurden. Die Gesundheitsbehörden wiegeln dennoch ab.
Viele Menschen sind verunsichert, ob sie sich nun gegen Schweinegrippe impfen lassen sollen oder nicht.
Atemnot, Schocks, Herzprobleme
Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hat jetzt eine Liste veröffentlicht, in der alle bislang gemeldeten Nebenwirkungen aufgelistet sind.
Nach Angaben des Instituts haben sich bisher etwa ein bis 1,5 Millionen seit Ende Oktober gegen die Schweinegrippe impfen lassen. Relativ viele Menschen klagten über einen geröteten oder schmerzenden Arm.
Am häufigsten traten Schmerzen an der Einstichstelle, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Fieber und Übelkeit auf. 53 Fälle jedoch wurden als schwerwiegend eingestuft. Bei drei Männern und sieben Frauen traten unmittelbar nach der Impfung schwere allergische Reaktionen auf, drei andere Menschen hatten Kreislaufprobleme und Atemnot, dreimal kam es zu einem anaphylaktischen Schock. Bei sechs Menschen kam es nach der Impfung zu Reaktionen des Nervensystems, wie zum Beispiel Kribbeln, Taubheitsgefühl, Schwindel oder Desorientiertheit, ein Epileptiker bekam kurz nach der Impfung einen Anfall. Drei Geimpfte hatten kurz nach der Injektion Herzprobleme.
Das Paul-Ehrlich-Institut wiegelt ab
Bisher gibt es auch zwei Todesfälle kurz nach der Impfung: Ein Kleinkind mit schwerem angeborenen Herzfehler und eingeschränkter Lungenfunktion bekam zwei Tage nach der Impfung Fieber und starb; eine 92-jährige Frau starb drei Tage nach der Impfung. Sie hatte bereits vorher Bluthochdruck und eine Nierenkrankheit. Die beiden Todesfälle haben laut PEI »möglicherweise« nichts mit der Impfung zu tun.
Interessant ist, dass das Paul-Ehrlich-Institut beim Tod durch die Schweinegrippe die Vorerkrankungen weitgehend ignoriert, bei den Todesfällen durch die Impfung diese jedoch als möglichen Grund angibt. Hatte man bisher die Panik geschürt, will man sie jetzt vermeiden.
Innerhalb 24 Stunden rein 27 zufällige Todesfälle
Dennoch sieht das PEI keinen Anlass, die Impfempfehlung zu ändern. »Aufgrund der derzeit vorliegenden Daten ergibt sich kein Hinweis, dass man das Nutzen-Risiko-Verhältnis von Pandemrix in irgendeiner Form ändern müsste«, sagte Pressesprecherin Susanne Stöcker. Allerdings empfiehlt das Institut den impfenden Ärzten, Notfallmaßnahmen für allergische Reaktionen bereit stehen zu haben.
Weiter gab die Pressesprecherin an: »Wir haben beim Statistischen Bundesamt mal nachgefragt zur Todesfall- und Todesursachen-Statistik: Wenn eine Million Menschen repräsentativ aus der Bevölkerung geimpft würden, wäre auf Basis der Daten, die wir für 2007 bekommen haben, innerhalb von 24 Stunden mit 27 rein zufälligen Todesfällen zu rechnen. Insgesamt sterben in Deutschland pro Tag über 2000 Menschen.«
Je mehr Impfungen, desto mehr zufällige Todesfälle
Da legt die Schlussfolgerung nahe, dass, je mehr Menschen sich impfen lassen, desto häufiger zufällig Todesfälle in Verbindung mit der Impfung auftauchen werden.
Susanne Stöcker dazu: »Ja, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass ganz viele Reaktionen und Ereignisse bis hin zum Tod zufällig im zeitlichen Zusammenhang auftauchen.«
Auch in Thüringen sind innerhalb weniger Tage drei Menschen nach der Impfung gestorben. In zwei Fällen wurde vom Gesundheitsministerium bereits ausgeschlossen, dass die Impfung damit in Verbindung steht; im Fall eines 66-Jährigen soll die genaue Todesursache noch geklärt werden.
Freitag, 20.11.2009
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