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Türkei baut Überwachung der Bevölkerung mit Hochtechnologie aus

Udo Ulfkotte

Es ist bekannt, dass es in Großbritannien eine kaum noch zu zählende Menge von Überwachungskameras gibt. Jeder Londoner wird durchschnittlich am Tag etwa 300 Mal von einer Überwachungskamera gefilmt. Unbekannt ist demgegenüber, dass auch die Türkei enorme Anstrengungen unternimmt, um die Ballungszentren flächendeckend mit Überwachungskameras auszurüsten.

Celalettin Cerrah ist der Polizeichef von Istanbul. Vor wenigen Tagen äußerte er in einem Zeitungsgespräch, dass schon wieder 1350 neue Video-Überwachungskameras in Istanbul an das zentrale Überwachungsnetz angeschlossen und in Betrieb genommen worden seien. Allein auf den Fährschiffen, die zwischen dem asiatischen und dem europäischen Teil Istanbuls pendeln, wurden im Jahre 2007 mehr als 550 Überwachungskameras neu installiert. Weil es solche hochauflösenden Überwachungskameras auch entlang der Brücken gibt, kann man nur noch schwerlich unerkannt und ohne gefilmt zu werden die Kontinente wechseln.

 

Im Jahre 2004 hatte das türkische Innenministerium mit der Installation der Überwachungskameras in Istanbul begonnen. In einem ersten Schritt wurden 2000 Kameras installiert. Weitere Städte - etwa Izmir - folgten. Das Ziel ist es, auf einigen zentralen Monitoren der Sicherheitsbehörden an allen Verkehrskonotenpunkten des Landes und aus allen Stadtteilen der "wichtigsten" türkischen Städte ständig Aufnahmen in Echtzeit zur Verfügung zu haben. So können zwar keine Terroranschläge verhindert werden. Aber man will nach Anschlägen wissen, welche Person sie verübt hat und zu welcher Gruppe sie gehörte. Der dafür betriebene Aufwand ist gigantisch  und wahrscheinlich bei den meisten Terroranschlägen auch schlicht überflüssig. Denn die hinter den Attentätern stehenden Gruppen haben sich in der Vergangenheit fast immer in Bekennerschreiben geoutet.

Das einzige, was mit den Maßnahmen nun ganz sicher erreicht werden wird, ist eine Verunsicherung der Bevölkerung. Schon bilden sich erste Gruppen türkischer Intellektueller, die gegen den "Überwachungsstaat" protestieren wollen.

Donnerstag, 17.01.2008

Kategorie: Allgemeines, Geheimdienste

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