US-Firma will hohen Benzinpreisen mit einem neuen Gerät ein Schnippchen schlagen
Wer in diesen Tagen an die Zapfsäulen der Tankstellen fährt, der denkt wehmütig an die Preise vergangener Wochen zurück. Einem ständig steigenden Rohölpreis stehen ständig steigende Preise an den Zapfsäulen gegenüber. Eine amerikanische Firma hat nun ein Gerät entwickelt, mit dem man sich den Sprit daheim angeblich selbst herstellen kann – und zwar auch ohne Ölquelle im eigenen Garten.
Ottomotoren können nicht nur mit Benzin, sondern auch mit beigemischtem Ethanol (Alkohol) betrieben werden. Viele Fahrzeuge sind inzwischen jedenfalls für die Beimischung von Bioethanol freigegeben. E-Fuel ist ein amerikanisches Unternehmen, das sich der Herstellung von Bioethanol widmet. Vom Herbst an bietet die Firma nun ein Gerät an, mit dem sich angeblich jeder daheim für den Eigenbedarf Bioethanol herstellen kann – etwa 20 Liter am Tag. Die Universität von North Dakota hat den Bio-Sprit des Unternehmens an einem Ford, einem Toyota und einem Chevrolet getestet und angeblich für gut befunden.
Nun wirbt das Unternehmen und verspricht eine »Revolution« wie bei der ersten Markt-Einführung von Personalcomputern. Bis das Gerät ein Renner wird, dürfte allerdings noch etwas Zeit vergehen. Immerhin kostet schon die Basisversion mehr als 10.000 Dollar. Und auch für die Produktion des Bioethanols benötigt man Rohstoffe, die Geld kosten: beispielsweise Zucker, der dann mit Hilfe von Hefekulturen zu Alkohol fermentiert wird.
Nun werden weltweit Händler gesucht, die das neue Gerät am Markt einführen und ihm zum Durchbruch verhelfen sollen. In Deutschland wird sich allerdings wohl nicht ein Privatmann die private Bioethanol-Produktionsanlage kaufen. Denn letztlich wird damit ja Alkohol hergestellt. Und dafür wird in Deutschland vom ersten Tropfen an Branntweinsteuer fällig.
Man wird das Unternehmen aber auch auf dem Weltmarkt sorgsam beobachten müssen. Denn wird die Idee auch nur ansatzweise ein Erfolg, dann darf man sicher sein, dass die OPEC die Patente aufkaufen und das Gerät vom Markt nehmen wird – um die Rohölpreise weiterhin schön hoch zu halten …
Sonntag, 11.05.2008
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