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US-Immobilienkrise wird immer katastrophaler

Michael Grandt

Die US-Immobilienkrise gilt als Auslöser der weltweiten Wirtschaftskrise. Doch anstatt sie einzudämmen, wird die Lage zunehmend dramatischer: Im Jahr 2008 wurden am US-Immobilienmarkt 2,4 Billionen Dollar vernichtet und immer mehr Amerikaner verlieren ihre Häuser.

Im Januar 2009 kamen fast 275.000 US-Immobilien unter den Hammer, das sind 18 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Das hat erschreckende Auswirkungen auf die amerikanischen Haushalte: Inzwischen ist sogar schon einer von 466 von einer Zwangsversteigerung betroffen!

Etwa 3,3 Prozent aller amerikanischen Hausbesitzer konnten im Dezember ihren Hypothekenzahlungen nicht mehr nachkommen und befinden sich in der Zwangsvollstreckung. Das ist eine Steigerung von 128 Prozent gegenüber dem Vergleichsmonat 2007.

Ein Ende ist nicht abzusehen, denn immer mehr Amerikanern droht, dass sie ihr Wohneigentum verlieren, weil sie ihre Kredite nicht mehr bezahlen können. Sollten die Häuserpreis um weitere fünf Prozent fallen, werden etwa zehn Millionen (!) Eigentümer ihren Banken mehr schulden, als ihre Immobilie eigentlich wert ist. Bisher sind das schon etwa 8,3 Millionen Eigenheimbesitzer. Rund ein Viertel aller US-Hypothekenschuldner wären dann in der Situation, dass die Höhe ihres Darlehens den Wert ihres Wohneigentums übersteigen würde.

 

Es gibt keine gute Nachrichten, denn der Preisverfall der US-Immobilien beschleunigt sich sogar noch: Dem S & P-Case-Shiller-Index zufolge, der die Preisentwicklung in den 20 größten US- Ballungsräumen abbildet, lag das Niveau im Dezember 18,5 Prozent unter dem des Vorjahreszeitraums. Demnach wurde am US-Wohnimmobilienmarkt im Jahr 2008 die unglaubliche Summe von etwa 2,4 Billionen Dollar an Wert vernichtet!

Barack Obama will zur Stabilisierung des Eigenheimmarktes zwar 275 Milliarden Dollar (218 Milliarden Euro) zur Verfügung stellen, aber Eigentümer, deren Häuser mehr als fünf Prozent an Wert verloren haben, können voraussichtlich nicht auf die staatliche Unterstützung bei der Umschuldung zählen. Etwa 7,6 Millionen Hypothekenschuldner blieben dann außen vor und müssten dann mit einer Zwangsversteigerung rechnen. 

Paradox: Besonders betroffen von der Immobilienkrise sind viele der US-Soldaten, die derzeit ihren Dienst im Irak tun. Unter den Militärangehörigen steigt die Zahl der Zwangsversteigerungen fast viermal so schnell wie der landesweite Durchschnitt: In zehn Städten, die unmittelbar an Militäranlagen angebunden sind, ist die Zahl der Zwangsversteigerungen gegenüber dem Vorjahr um durchschnittlich 217 Prozent gestiegen.

Der Grund: Viele Soldaten haben während des Immobilienbooms Hypothekenkredite zu günstigen, aber flexiblen Zinsen aufgenommen. Nach einer Zinsanpassung können sie die höheren Raten nicht mehr bezahlen, denn häufig hat sich die Rate verdoppelt.

Solange die katastrophale Immobilienkrise anhält, werden die USA nicht aus der Rezession herauskommen. Für das laufende Jahr 2009 wird mit einer Million Hausversteigerungen gerechnet. 

 

Mittwoch, 01.04.2009

Kategorie: Wirtschaft & Finanzen

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