Thursday, 26. May 2016
06.05.2010
 
 

Wahnsinn im Augiastall Europa

Thomas Mehner

Das System ist völlig aus dem Ruder – wer will das angesichts der täglich zunehmenden Alarm- und Horrormeldungen aus der Eurozone bestreiten. Dieser Tage hieß es in den Tickermeldungen, dass Griechenland nunmehr einen Finanzbedarf von über 120 Milliarden Euro innerhalb der kommenden drei Jahren habe, vom dem Deutschland einen nicht geringen Teil zur Verfüung stellen solle – und werde. Darf’s heute vielleicht ein bisserl mehr sein? Und braucht vielleicht noch jemand Geld von Deutschland, das wir selbst gar nicht mehr haben, sondern für das wir uns immer weiter neu verschulden müssen? – Den größten Bock schoss diese Woche das »Handelsblatt« ab, das eine Solidaritätsaktion mit Griechenland unter dem Motto: »Ich kaufe griechische Staatsanleihen« organisierte. Schlimmer geht’s – wirklich – nimmer.

Falls es irgendjemand noch nicht mitbekommen haben sollte: Die Solidariätsaktion des Handelsblattes mit Griechenland finden Sie hier – und die Reaktionen darauf ebenfalls. Sie ist das Tüpfelchen auf dem »i«, das den derzeitigen Zustand schildert, für den es meines Erachtens nur einen einzigen passenden Begriff gibt: WAHNSINN.

Tatsache ist: Wer griechische Staatsanleihen kauft – ökonomische Zusammenhänge und Solidaritäsbekundungen hin oder her – kann sein Geld gleich auf die Straße werfen. Offenbar scheint es aber Menschen (darunter auch sogenannte »Fachleute«) zu geben, die zu viel Geld haben und dieses gern in Griechenland versenkt sehen möchten. Nun, die Welt ist voller Narren, Utopisten und Träumer, während die Realisten fehlen. Insofern Erstere ihr Geld versenken wollen, sollen sie es tun. Der Normalbürger sollte aber Realist sein und sein sauer Verdientes nicht dem griechischen schwarzen Loch anvertauen. Die Eigenschaft großer schwarzer Löcher ist es nämlich, Materie in ihren Einflussbereich zu bringen und anzusaugen. Sie verschwindet schließlich auf Nimmerwiedersehen. Wer’s nicht glauben mag, frage einen Astronomen oder Astrophysiker. Die kennen dieses Phänomen aus ihren Beobachtungen sehr genau.

Der europäische Pleitekandidat Griechenland, den man ruhig in den Bankrott schlittern lassen sollte, braucht Geld ohne Ende – Geld von den »wohlhabenden« europäischen Staaten. Man tut so, als handele es sich bei Griechenland um einen Sünder, einen reuigen Sünder. Diese Einschätzung ist allerdings grundlegend falsch. Griechenland hat die EU betrogen – vorsätzlich, fortgesetzt und über die Jahre hinweg. Das erfüllt problemlos den Straftatbestand des schweren Betruges und der Bildung einer kriminellen Vereinigung und ist entsprechend zu bewerten. Betrüger sitzen in einem solchen Falle ein. Dass natürlich die EU-Verantwortlichen nur von einem »reuigen Sünder« sprechen, hat einen Grund: Ihnen war der Betrug völlig egal, Hauptsache, man konnte das verquere euro-kapitalistisch-sozialistische Experiment und die Traumtänzereien in Bezug auf Europa realisieren. Sie gehören deshalb mit auf die Anklagebank, zumal sie die Bürger Europas weiter zum Narren halten wollen.

Die Behauptung, ein eventuelles Ausscheiden Griechenlands sei problematisch und gefährde die Euro-Stabilität, ist nicht nachvollziehbar. Wird das Land zu dem Sparkurs verdonnert, der der EU und dem IWF vorschwebt, dann bricht die dortige Wirtschaft ohnehin zusammen. Nun rächt sich, dass man vor Jahren nicht auf die Skeptiker der Euro-Einführung hören wollte. Führt man nicht zueinander passende Systeme zusammen, muss es letztlich zum Knock out kommen. Aber Politiker und Hochfinanzler entscheiden nicht nach logischen Gesichtspunkten, sondern nach politischen Utopie-Vorstellungen bzw. Profitinteressen.

Zudem: Griechenland und andere Länder waren seit Anbeginn der europäischen Währungsunion ein Fass ohne Boden, man denke nur an die jahrelang gezahlten Transferleistungen in Milliardenhöhe. Wo ist das ganze Geld geblieben? Richtig: Auch verschwunden im Fass ohne Boden, denn dieses wurde nur immer bodenloser. WAHNSINN. Wer nun glaubt, Länder wie Griechenland würden durch einen harten Sparkurs gezwungen werden können, das Gegenteil dessen zu tun, was sie bisher taten, wird wohl bald sein blaues Wunder erleben. Die Katze lässt das mausen nicht …

Nicht zu vergessen: Wie soll man einem eigentlich nackten Mann in die Tasche greifen? Die sogenannten wohlhabenden Staaten sind doch genau genommen selbst schon längst bankrott. Man muss nur auf die Staatsverschuldungen schauen, um das zu erkennen. Deutschland wird niemals auch nur je wieder einen Cent seiner Schulden zurückzahlen (können), aber trotzdem verbreitet die deutsche (in trautem Verein mit der europäischen) Politik Hoffnung. Nun ja, sonst kann sie auch nichts verbreiten in Zeiten des WAHNSINNS. Und die verbreitete Hoffnung ist nur Hinhaltetaktik, damit das Volk nicht erkennen möge, was geschieht.

Wie sich die tatsächlichen Verhältnisse darstellen, zeigt diese Grafik der New York Times, die bereits gestern mein Kollege Udo Ulfkotte präsentierte. Angesichts derartiger Verflechtungen und Summen hat man den Eindruck, dass Banker und Politiker mit den Bürgern Europas Russisch Roulette spielen. Wann der tödliche Schuss beim Drehen des Revolvermagazins in den Lauf gelangt, ist nur noch eine Frage der Zeit.

Interessant ist auch, wie hierzulande nicht vorhandenes Geld an Betrüger weitergereicht wird. Für die eigenen Bürger ist kein einziger Cent Steuersenkung drin (!!!), Hauptsache die Moneten können in schwarze Löcher investiert werden. Wer so handelt, demontiert die Demokratie und den Rechtsstaat, womit der Bürger allerdings das Recht erhält – im Grundgesetz ist das durch einen eindeutigen Artikel verankert – Widerstand zu leisten.

Die europäische Idee wird weiter hoch gehalten – auch wenn die Ratten das sinkende Schiff bald verlassen werden. Da ist von Solidarität die Rede – ein Begriff, den man nicht mehr hören kann. Solidarität beinhaltet verantwortungsvolles Handeln, und nicht Hilfe um jeden Preis! Worum es bei diesen orgiastischen Geldvernichtungsspiel wirklich geht, wird immer klarer: Es geht nicht um das Wohl der europäischen Völker, sondern darum, Verluste für die europäische Hochfinanz und ihre Weichwährung Euro (das ist sie nämlich, wenn man sich einmal die Preissteigerungen der letzten Jahre anschaut) zu vermeiden. Merkt das denn niemand? Vor gar nicht allzu langer Zeit mussten die sogenannten systemrelevanten Banken mit Milliardenbeträgen vor dem Untergang bewahrt werden, die nun sofort in einer zweiten Runde die Frechheit besitzen, schon zum zweiten Mal die Hand aufhalten und ihre Verluste, die bei einem Bankrott von Griechenland und anderen Kandidaten zu erwarten wären, wieder den Steuerzahlern aufzubürden! WAHNSINN! Was da läuft, ist an Ignoranz, Dummheit und Inkompetenz nicht mehr zu überbieten. Kein Mensch, keine Gesellschaft kann den Schuldenberg, den sich gewisse Individuen jetzt aufzuschichten wagen, jemals wieder abtragen. Es entsteht eine neue Form der Sklaverei, die unsere Kinder, Kindeskinder und auch deren Kinder in den Würgegriff des Finanzsystems und der Schuldzinsen führen soll. Ich schreibe absichtlich »soll«, denn dieser hinterhältige Plan wird nicht funktionieren. Entweder kommt vorher die Rebellion (die durchaus gerechtfertigt ist angesichts dieser Chaospolitik), eine Reihe von Staatsbankrotten, die Abschaffung des Euros – oder aber das System frisst sich im besten Falle selbst. Ich werde ihm keine Träne nachweinen, denn nur sein Untergang wird die Menschen zu der Erkenntnis bringen, dass es wichtigere Dinge als Geld gibt. Zudem wird damit der Hochfinanz der Todesstoß versetzt. Und das ist den Einsatz wert – finde ich.

Dass die derzeit Verantwortlichen nicht mehr durchblicken und glauben, sie könnten die Schuldenorgie mit immer mehr Geld beenden, wobei sie immer größere Löcher aufreißen, ist im Übrigen kein Wunder, sondern hat etwas mit verzerrter Wahrnehmung zu tun, glauben dieselben Leute doch auch, dass der Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan etwas positives sei. Wacht auf, deutsche Soldaten – und nicht nur ihr, sondern auch die anderen Europäer! Ihr führt in Afghanistan einen Vasallenkrieg für die USA, die sich die dort liegenden Rohstoffe unter den Nagel zu reißen gedachten. Tragisch nur, dass die afghanische Regierung jetzt einige hoch wichtige Nutzungsrechte für ihre Bodenschätze an die Chinesen verkauft hat! Auch das ist – richtig! – einfach WAHNSINN! Deutsche und andere aus Europa stammende Soldaten sterben für US-Interessen und die lachelnden Dritten sind diejenigen, die aus dem Spiel eigentlich heraus gehalten werden sollten: die Leute aus dem Reich der Mitte, die logischerweise ihre Chance witterten. Wer glaubt, dass die Bundeswehr am Hindukush die Sicherheit Deutschlands und Europas verteidige, glaubt auch, dass der Zitronenfalter-Schmetterling Zitronen falten kann.

Der deutschen wie der europäischen Politik fehlt jegliche Vision – das merkt man schon daran, dass es bisher nicht gelungen ist, sich von den Amerikanern zu emanzipieren. Genau das wäre aber dringend notwendig. Die Vereinigten Staaten von Amerika, die von einem alles plündernden Moloch in Form einer privaten US-Notenbank kontrolliert und beherrscht werden, haben es innerhalb von nicht einmal 100 Jahren geschafft, das westliche bzw. globale Finanzsystem in allergrößte Schwierigkeiten zu bringen, was beim ersten Mal im Zweiten Weltkrieg endete. Wie kann man einer solchen »Weltmacht« folgen, die nur dem Prinzip der ungezügelten Gier folgt? Ist das nicht WAHNSINN?! Es wird höchste Zeit, aufzuwachen!

Manchmal wünsche ich mir, dass die Apokalyptiker recht haben – und die Welt im Jahre 2012 untergehen möge. Als Tierfreund wünsche ich mir, dass es nur den halbintelligenten Affen, genannt Mensch, treffen möge. Verdient hat er es allemal, denn das, was in den letzten 200 Jahren auf diesem Planeten geschehen ist, manche Zeitgenossen noch als »Fortschritt« bezeichnen und nunmehr seinen Kulminationspunkt erreicht, ist nur mit diesem einen Begriff zu beschreiben: WAHNSINN.

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