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WANTED! Obama – dead or alive!

Niki Vogt

Ein Online-Computerspiel aus den Staaten hat sich in kürzester Zeit zum absoluten Renner entwickelt. Während die Entwickler noch an einem geheimen Ort an den grafischen Details feilen, schließen sich die Spieler massenhaft einer virtuellen Revolution gegen Obama an.

Wir befinden uns im Januar des Jahres 2011. Die Republikaner sind gerade dabei, wieder ins Weiße Haus Einzug zu halten, weil die amerikanische Bevölkerung mehr als misstrauisch geworden ist, nachdem durchsickerte, dass der Präsident der Demokratischen Partei, Barack Hussein Obama, Geheimgespräche mit den Präsidenten von Mexiko und Kanada, Calderon bzw. Harper, führt. Um eine Nordamerikanische Union soll es dabei gehen, ja um die Auflösung der USA. Aber zwei Tage, bevor die neue Regierung ihr Amt antritt, verkündet Obama, dass der neu gewählte Kongress seine Sitze nicht einnehmen wird. Er ruft nun über Nacht die Nordamerikanische Union aus. Die USA sei eine Schöpfung von Rassisten und Kriegstreibern, die Verfassung wird abgeschafft, und ein globales Gesetz tritt in Kraft, das den privaten Besitz von Feuerwaffen streng verbietet.

Lou Dobbs, der (tatsächlich existierende) Journalist des Senders CNN, der damals, 2007, als Einziger wagte, vor den Plänen der Neuen Weltordnung zu warnen, wird seit den groß angelegten Säuberungsaktionen in den Medien 2011 vermisst. Glen Beck, ebenfalls ein (tatsächlich existierender) Warner, wird mit einer Überdosis Aspirin tot aufgefunden. Sicher ein lustiges Detail für die Betroffenen.

Die Amerikaner stehen auf. Millionen greifen zu den Waffen. Das Haupt der Revolution erhebt sich. 20 Millionen bewaffneter Patrioten machen sich in dem Spiel auf, um ihre Freiheit und die USA zu verteidigen. Regierungsgebäude werden gestürmt und Kopfgelder auf hohe Regierungsbeamte des Ancien Regimes gesetzt. Bürgerkriegskämpfe brechen überall aus. Führende Köpfe auf beiden Seiten fallen Mordanschlägen zum Opfer, der Sender Fox News wird dicht gemacht, das US-Militär weigert sich, dem in seiner Hochburg festgesetzten Obama zuhilfe zu eilen. Er verfügt gerade noch über 40.000 Getreue, hauptsächlich »Black Tigers« und Islamisten. Die Fed kontrolliert auch zwei Gebiete … Chaos und Bürgerkrieg – nicht unähnlich den Wirren des Dreißigjährigen Krieges.

Dem Spieler steht es frei, sich einer der Parteien anzuschließen. Die meisten Spieler allerdings machen sich als Revoluzzer auf, um Obama gefangen zu nehmen. Und die Anzahl der Mitspieler steigt täglich weiter in die Höhe, zuletzt stand die Zahl bei 13.000. Im nächsten Jahr geht Michael Rossotto von etwa 200.000 Mitspielern aus. Die Spieler mit den höchsten Punktzahlen können jeden Monat 150 Dollar gewinnen. Die Mitspieler verwenden gern Nicknames wie »Osama« und »Saddam«.

Soweit die fiktive Ausgangslage des neuen Online-Computerspiels 2011 – Obama’s Coup failed. Nach Auskunft der Macher ist es einfach nur ein unterhaltsames Spiel voller geballter Action und Satire. Allerdings, so räumen die Architekten des Spiels ein, wenn die jetzigen Entwicklungen so weitergehen, könne sich »vieles tatsächlich in etwa so entwickeln und zu einem dunklen Kapitel der amerikanischen Geschichte werden«.

Gehostet wird das Szenario für Spieler und Revoluzzer von einer Seite, die sich United States of Earth nennt. Die acht Designer und Organisatoren sind auf der Website nicht genannt, und es heißt, man sei wegen Drohungen an einen geheimen Ort in New York hinter dicke Stahltüren umgezogen.

Das Spiel soll kein Coup aus der politisch rechten Ecke sein und ganz bestimmt keine Anti-Obama-Hysterie schüren. Die Erfinder seien libertäre Ron-Paul-Fans und nennen sich »Die Gründer« (The Founders), sagt Michael Rossotto, Mastermind des Spieles. Man lehne gleichermaßen Republikaner und Demokraten ab. Aber dass er kein Fan Obamas ist, wird dennoch deutlich: »Er zerstört die Wirtschaft der USA vollkommen absichtlich. Die Politik, die er macht, ist eine Garantie für unseren Untergang! Er will, dass die Arbeitslosigkeit explodiert, er will, dass die Menschen von der Wohlfahrt abhängig sind. Daher sind die Zustände im Spiel eine durchaus mögliche Zukunft.«

Michael Rossotto betont, dass man den Amerikanern keinesfalls hiermit den Partisanenkrieg schmackhaft machen wolle. Eigentlich wollte man damit nur die Spielerszene auf das Projekt United States of Earth aufmerksam machen. Hier können die Mitspieler ihre eigenen Imperien aufbauen und andere Länder unterwerfen.

In den nächsten Tagen will die Mannschaft mit einem neuen Spiel aufwarten: Ambush Bush. Hierbei können die Spieler den verhassten Ex-Präsidenten quer durch Texas jagen …

  

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Quellen:

http://usofearth.com/2011-obamas-coup-fails.php

http://www.motherjones.com/politics/2009/10/obama-coup

http://crooksandliars.com/david-neiwert/militia-madness-online-game-based-am

http://www.wired.com/underwire/2009/11/obamas-coup-fails/

 

Donnerstag, 26.11.2009

Kategorie: Allgemeines, Politik

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