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Wie lange hält die Apobank noch durch?

Michael Grandt

Die Bank für Apotheker und Ärzte ist in Schwierigkeiten. »Moody’s«, eine der drei renommiertesten Rating-Agenturen, senkte jetzt die Note für die Finanzstärke der Bank sogar um drei Stufen.

Ärzte und Apotheker sind keine leichte Klientel. Sie trauen normalerweise nur sich und ihresgleichen und deshalb gründeten Apotheker bereits im Jahre 1902 den Vorläufer der Deutschen Apotheker- und Ärztebank als Selbsthilfeeinrichtung zur Vergabe günstiger Kredite. Gegenwärtig hat sie rund 2.000 Mitarbeiter und 319.000 Kunden, meist aus Heilberufen.

Das Geldinstitut wendet sich heutzutage aber nicht mehr nur an Apotheker, sondern auch an Ärzte, Zahnmediziner, Veterinäre sowie an medizinische Organisationen, Verbände und wirtschaftliche Einrichtungen und beansprucht als »Nummer eins der Finanzdienstleister im Heilberufssektor« die Marktführerschaft in diesem Segment.

In der Selbstdarstellung heißt es: »Die Bank gehört den genossenschaftlichen Sicherungseinrichtungen an, die nicht nur die Kundeneinlagen in voller Höhe, sondern auch das Institut als Ganzes schützen«.

Dies könnte für die Kunden der Apobank bald sehr wichtig sein, denn nach Einschätzung der Ratingagentur Moody's braucht das Geldinstitut bald erneut finanzielle Hilfe. Der Grund: Die Genossenschaftsbank sei, so die Analysten, in Hinblick auf die Risiken aus einem 4,5-Milliarden-Euro-Wertpapier-Portfolio zu schwach kapitalisiert und auch die Qualität der darin enthaltenen strukturierten Papieren »verschlechtere« sich, was zu weiteren Abschreibungen führen werde. Im Vergleich: 2004 beliefen sich die Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Finanzinstrumente, laut veröffentlichten Zahlen der Bank gerade mal auf 0,5 Millionen Euro, im Jahre 2007 schon auf 188,5 und 2008 bereits auf 338,2 Millionen Euro.

Moody’s  senkte jetzt das Finanzstärke-Rating der Apobank auf der Skala von »A« bis »E« um drei Stufen auf »D« und versah es mit einem negativen Ausblick, genauso wie die Bewertungen für die vor- und nachrangigen Verbindlichkeiten.

Das hat Folgen, denn je schlechter das Rating für Kreditpapiere ist, desto mehr Kapital muss die Bank aufbringen, um Kredite in der Bilanz mit Eigenmitteln zu unterlegen. Genau das könnte dazu führen, dass sich die Apobank erneut an den Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) wenden muss. Dieser hatte bereits im Sommer insgesamt 150 Mio. Euro an Garantien zur Verfügung gestellt.

Bis dahin hatte die Bank bestritten, dass ihr Wertpapierportfolio ein größeres Problem darstellt. Vorstandschef Herbert Pfennig »glaubte« an die »Qualität« der Papiere mit einem Volumen von fünf Milliarden Euro. Trotzdem will er diese nun extern überprüfen lassen, weil niemand wisse, was an Rating-Herabstufungen in der Zukunft noch kommen werde.

Die Aussichten sind düster, denn auch die Kernkapitalquote der Bank fiel in den ersten sechs Monaten dieses Jahres von 8,7 auf 6,4 Prozent, was im Vergleich zu anderen Banken wenig ist, der Gewinn schrumpfte in diesem Zeitraum auf nur noch 7,6 Mio. Euro – nach 56,8 Mio. Euro im Jahr 2008.

 

Montag, 09.11.2009

Kategorie: Enthüllungen, Wirtschaft & Finanzen

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