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Wo sind die Blaupausen des Flugzeugträgers „Admiral Gorshkov“ ?

Udo Ulfkotte

Über die bilateralen Beziehungen zwischen Indien und Russland ziehen derzeit Gewitterwolken auf – und Ursache ist die "Admiral Gorshkov", ein alter Flugzeugträger. Eigentlich sollte das Schiff im Jahre 2008 – komplett überholt und umgebaut – an die Inder ausgeliefert werden.

Über den ehemaligen sowjetischen Flugzeugträger „Admiral Gorshkov“, der 2004 an Indien verkauft wurde, gäbe es viele spannende Geschichten zu berichten. Immer ginge es dabei um Militärstrategie. Das aber war gestern. Denn nun erreichen uns Berichte, wonach Indien und Russland im Streit liegen – und Ursache ist die Admiral Gorshkov. Eigentlich sollte der Flugzeugträger im Jahre 2008 – komplett überholt und umgebaut – an die Inder ausgeliefert werden. Die Inder haben auch schon vereinbarungsgemäß 700 Millionen Dollar für den Umbau des Flugzeugträgers bezahlt.

Wie es derzeit aussieht, wird die Gorshkov allerdings noch lange auf der russischen Schiffswerft Sevmash vor sich hin rosten. Die halbstaatliche Werft Sevmash baut eigentlich zumeist Öl-Plattformen. Gern nahm sie allerdings auch den Groß-Auftrag zur Modernisierung des 1996 von Moskau außer Dienst gestellten verrosteten Flugzeugträgers Gorshkov an – und hörte auf, Öl-Plattformen zu bauen. Nun kannte man sich mit der Kalkulation beim Umbau von Flugzeugträgern bei Sevmash nicht wirklich aus. Vor wenigen Monaten rechnete man nach und stellte fest, dass der Umbau schon mehr als eine Milliarde Dollar gekostet hatte – und wohl noch eine weitere Milliarde Dollar kosten würde. Zunächst einmal wurde der Chef der Werft entlassen. Gegen ihn läuft nun ein Verfahren wegen „finanziellen Missmanagements“.

 

Moskau wandte sich zudem an die Inder und forderte höflich aber bestimmt einen kräftigen finanziellen Nachschlag: Die Inder sollen nun anstelle von 700 Millionen Dollar auf einmal 2 Milliarden Dollar für den Flugzeugträger bezahlen. Die Inder bestanden auf Vertragserfüllung zu den vereinbarten Konditionen, aber nun haben die Russen eine andere Ausrede, um den Weiterbau ohne finanzielle Zugeständnisse aus Neu Delhi in alle Ewigkeit zu verzögern: sie behaupten, man könne nicht weitermachen, weil die Blaupausen der Gorchkov verschwunden seien. Irgendwie seien alle Blaupausen abhanden gekommen. Und ohne die könne man den Weiterbau natürlich nicht verantworten… Nun ist diplomatisches Fingerspitzengefühl gefragt – und die Inder haben intern schon signalisiert, dass ihre Marine frühestens 2010 mit einem Flugzeugträger rechnen kann.

 

Sonntag, 16.12.2007

Kategorie: Geostrategie, Enthüllungen

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