Saturday, 25. June 2016
26.08.2011
 
 

Alarmstufe Rot: Pleite-Griechen treffen Vorbereitungen für Sprengung des Euro-Systems

Udo Ulfkotte

Den griechischen Banken ist das letzte Geld ausgegangen. Als allerletzter Rettungsanker blieb ihnen jetzt nur noch, in den Not-Topf der sogenannten »Notkreditlinie« (Emergency Liquidity Assistance, ELA) zu greifen. Der GAU für den Euro ist damit wohl unabwendbar. Und jeder nach Athen überwiesene Cent ist rausgeworfenes Geld. Seit Mai berichteten Fachleute über die Kapitalflucht und den stillen Bankrun in Griechenland – und über die abzusehenden Folgen. Dreieinhalb Monate später sind diese nun eingetreten. Und das einzige, was in Griechenland jetzt noch boomt, ist das Verbrechen.

Während im deutschsprachigen Raum alle Medien wie gebannt auf Libyen und einen Hurrikan an der amerikanischen Ostküste starren, zieht in Griechenland gerade der schwerste Sturm auf, den das Land jemals erlebt hat: Die griechischen Banken leiden durch den Kapitalabzug der vergangenen Monate unter Liquiditätsmangel. Die jüngsten Börsenturbulenzen haben die dramatische Lage weiter verschärft. Und zudem zieht die griechische Regierung gerade nochmals

10 Milliarden Euro aus dem griechischen Bankensystem ab, um fällige Darlehen überhaupt noch bedienen zu können. Seit dem Ausbruch der Schuldenkrise sind griechische Banken vom europäischen Interbankenmarkt effektiv ausgeschlossen und auf die Liquiditätsversorgung durch die Europäische Zentralbank (EZB) angewiesen.

Und nun blieb ihnen als letzter Rettungsanker nur noch ELA : Die »Notkreditlinie« Emergency Liquidity Assistance (ELA) ist eine Option, die den europäischen Zentralbanken der Eurozone offensteht, wenn sie ihre nationalen Finanzinstitute (Banken) in einer absoluten Ausnahmesituation vorübergehend mit Liquidität versorgen müssen. ELA wird nur benötigt, wenn die Banken sich bei der EZB nicht mehr refinanzieren können, da die als Sicherheit zu hinterlegenden Papiere qualitativ nicht ausreichen. Die EZB muss dann informiert werden, weil solche ELA-Notkredite die Steigerung der Zentralbankgeldmenge zur Folge haben. Die EZB und die Deutsche Bundesbank haben wiederholt in Monatsberichten darauf hingewiesen, dass ELA nur der Überbrückung von Notlagen dienen und nur in absoluten Ausnahmefällen gewährt werden darf. Sonst gerät das EU-Finanzsystem aus den Fugen. Allein die maroden irischen Banken haben aus diesem ELA-Topf rund ein Viertel dessen, was der EU-Topf überhaupt enthält, zum Weiterspielen am Roulette-Tisch bekommen. Auf eine zeitgleiche Harmonisierung der Steuer- und Sozialstandards in der EU, die wesentliche Voraussetzung zur Stabilisierung der europäischen Ökonomien, wurde nicht ein Gedanke verschwendet. Das führt unter anderem dazu, dass die einzelnen nationalen Notenbanken, ohne jede Kontrolle, so viel Geld drucken und in ihre Banken pumpen dürfen, wie sie wollen. Und die Griechen sind nun das zweite Land, das nach den Iren in den Not-Topf greift. Im Klartext heißt das: Athen beginnt mit den Vorbereitungen für die Sprengung des europäischen Finanzsystems. Am Rande sei erwähnt, dass griechische Banken gerade wieder 5 Milliarden Euro in den Sand gesetzt haben.

Axel Weber, der Mann, den Bundeskanzlerin Angela Merkel im Frühjahr 2011 für das frei werdende Amt des Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB) vorgesehen hatte, kannte die sich abzeichnende Lage: Er kündigte Frau Merkel die Gefolgschaft, weil die das alles auch noch förderte, und räumte seinen Posten bei der Bundesbank: Nur weg aus der Nähe eines Desasters, das dieser Mann ahnte. Und jetzt ist es da.

Die Griechen versuchen nun auch noch hektisch, alle Investitionen aus dem östlichen Nachbarland Türkei abzuziehen, um noch einmal an letzte liquide Mittel zu kommen - und stoßen damit die ohnehin schon schwer wirtschaftlich angeschlagene Türkei, wo die Lira seit Jahresbeginn um 25 Prozent abgewertet werden musste, noch näher an den Abgrund.

Unterdessen gibt es in Griechenland eine boomende Branche mit unglaublichen Zuwachszahlen, allerdings auf einem Gebiet, das deutschsprachige Medien über Griechenland schlicht verschweigen: Kriminalität. Banküberfälle, Raubüberfälle, Betrug, Fahrzeug- und Viehdiebstähle, Wohnungseinbrüche und Vergewaltigungen weisen horrende Zuwachsraten auf. Im Athener Stadtzentrum verbreiten derweil Asylanten-Banden Angst und Schrecken. Und im Bezirk Monastiraki bilden sich täglich vor der Polizeistation lange Schlangen von Touristen, die selbst als Gruppenreisende von großen Banden überfallen und komplett ausgeraubt werden. Giannis Alexiou hat gerade erst in der Tageszeitung V radyni darüber berichtet. In Griechenland droht also nicht nur der finanzielle Crash – das Land versinkt in einem stürmischen totalen Chaos. Und die deutschsprachigen Medien blicken gebannt nach Libyen und auf den Hurrikan an der amerikanischen Ostküste. Dabei werden die Griechen ganz Europa mit in den Abgrund ziehen.

Unterdessen übertrifft die Rezession in Griechenland weiterhin die schlimmsten Befürchtungen der Troika und der Athener Regierung und stellt alle auferlegten volkswirtschaftlichen Ziele im Hinblick auf Sparmaßnahmen komplett in Frage. »Die Erreichung der volkswirtschaftlichen Ziele unter der beständigen Rezession ist schwierig«, betonte der griechische Finanzminister Evangelos Venizelos, der inzwischen von einer erheblich höheren als anfänglich prognostizierten Rezessionsrate für das Jahr 2011 ausgeht. Und was macht die griechische Regierung? Nachdem sie im vergangenen Jahr 11.000 Lehrer mit allen Pensionsansprüchen in die vorzeitige Altersruhe schickte, werden in diesem Jahr nochmals 12.000 Lehrer bei vollem Pensionsanspruch frühpensioniert. Die Folge: Hunderte von Schulen müssen im Herbst geschlossen werden. Griechenland wird dank des ausfallenden Unterrichts zum Land der Hilfsarbeiter. Und wir bezahlen dafür…

 

 


 

 

Interesse an mehr Hintergrundinformationen?

 

Werfen Sie einen Blick hinter die Kulissen der Macht – und erfahren Sie, was die Massenmedien Ihnen verschweigen!

 

Lesen Sie weitere brisante Informationen im neuen KOPP Exklusiv. KOPP Exklusiv wird grundsätzlich nicht an die Presse verschickt und dient ausschließlich zu Ihrer persönlichen Information. Jede Ausgabe ist gründlich recherchiert, im Klartext geschrieben und setzt Maßstäbe für einen kritischen Informationsdienst, der nur unter ausgewählten Lesern zirkuliert und nur im Abonnement zu beziehen ist.

 

In der aktuellen Ausgabe finden sie unabhängige Hintergrundinformationen unter anderem zu folgenden Themen:

 

  • Türkei: Regierung unterrichtet NATO über Kriegsvorbereitungen
  • Deutschland im Goldrausch
  • Mythos Fachkräftemangel: die neue Inländerdiskriminierung
  • Skrupellos: Politiker suchen den Profit

 

 

Das alles und viele weitere Kurzberichte im neuen KOPP Exklusiv, fordern Sie noch heute Ihr Probeabonnement an!

Ergänzende Beiträge zu diesem Thema

Türkei: Regierung unterrichtet NATO über Kriegsvorbereitungen

Udo Ulfkotte

Vor wenigen Monaten noch begründeten viele EU-Politiker die Notwendigkeit der Aufnahme der Türkei in die EU mit dem großen Wirtschaftswachstum des Landes. Jetzt aber geht es mit der türkischen Wirtschaft steil bergab. Um das Volk abzulenken, bereitet die Regierung nun (für die Zeit nach dem Ende Gaddafis in Libyen) Krieg gegen das türkische  mehr …

Die nächsten Jahre des Euro – Nach dem Brüsseler Gipfel: Die Rettung der Kunstwährung wird immer teurer, die große Krise kommt erst noch

Bruno Bandulet

Am Donnerstag, dem 21. Juli, wurde der Euro wieder einmal gerettet, es wird nicht das letzte Mal gewesen sein. Was die Regierungs- und Staatschefs der 17 Euroländer nach wochenlangem Streit auf dem Gipfel in Brüssel beschlossen haben, ist technisch kompliziert und in seiner Tragweite schwer abzuschätzen. Aber Intransparenz war – wie im  mehr …

Griechenland steht vor dem endgültigen Aus

Michael Grandt

Trotz massiver Erhöhungen nahm Athen in den letzten sieben Monaten rund 3,3 Milliarden Euro weniger an Steuern ein, die Sozialkassen stehen kurz vor dem Bankrott und die Regierung zahlt Rechnungen in Milliardenhöhe nicht mehr.  mehr …

Wer diesen Artikel gelesen hat, hat sich auch für diese Beiträge interessiert:

US-Geheimdienste und der Euro: Fakten, die Sie kennen sollten

Udo Ulfkotte

Selbst der renommierten amerikanischen Zeitung New York Times fällt in diesen Tagen auf, dass die EU-Elite uns Bürgern die Macht versagt und uns betrügt und belügt. Die EU hört nicht auf den Willen ihrer Bürger und zieht sie ins Verderben. Warum nur?  mehr …

Von der Verwandlung des Mannes in ein sorgendes Haustier – ein Nachruf!

Eva Herman

Ein Mann und eine Frau liegen nachts im Bett. Plötzlich hören die beiden das Zerbersten von Fensterscheiben, klirrend fällt Glas zu Boden. Offensichtlich wird gerade eingebrochen im Haus. Der Mann will aus dem Bett springen. Doch die emanzipierte Frau hält ihn zurück: »Lass mal, Schatz, ich mach das schon!«  mehr …

Gibt es einen wirksamen Schutz vor einer Währungsreform?

Michael Grandt

Sachwerte, Immobilien, Edelmetalle – bieten sie wirklich Schutz bei einer Geldentwertung?  mehr …

Warum nur intelligente Menschen Gold kaufen

Udo Ulfkotte

Je höher der Intelligenzquotient eines Menschen, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass er einen Teil der Früchte seiner Arbeit durch Gold absichert. Rechnet man alles Gold, das deutsche Privatleute heute in Form von Schmuck, Münzen oder Barren besitzen, zusammen, dann ergibt dies eine Menge von etwa 7.500 Tonnen (zum Vergleich: in Frankreich  mehr …

Staatsanleihen und Staatsschulden

Michael Grandt

Täglich hören wir Meldungen über immer höhere Staatsschulden, doch nur wenige wissen, was eigentlich hinter diesem Begriff steckt. Bei wem ist der Staat überhaupt verschuldet und warum profitieren ausgerechnet die Banken von dem Zusammenbruch des Finanzsystems, den sie selbst herbeigeführt haben?  mehr …
Newsletter-
anmeldung!
Hier erhalten Sie aktuelle Nachrichten und brisante Hintergrundanalysen
(Abmeldung jederzeit möglich)

Werbung

KOPP EXKLUSIV – Jetzt bestellen

Brisante Hintergrundanalysen wöchentlich exklusiv nur bei uns.

Katalog – Jetzt kostenlos bestellen

Bestellen Sie unseren Katalog kostenlos und unverbindlich.